Bibliotheca Hertziana
Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom

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Profil


Die Bibliotheca Hertziana, hervorgegangen aus der Stiftung von Henriette Hertz, wurde 1913 als Institut der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft für die Erforschung der italienischen Kunst der Nachantike und insbesondere der Renaissance und des Barock in Rom eröffnet. Diese beiden Perioden stehen bis heute im Mittelpunkt der Forschung und wurden bald durch einen dritten Schwerpunkt, die Kunst des italienischen Mittelalters, ergänzt.

Während zunächst Michelangelo und Bernini sowie Quellenpublikationen zur römischen Kunst im Zentrum standen, wurde seit der Wiedereröffnung des Instituts nach dem zweiten Weltkrieg (1953) der Architekturgeschichte besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Mit der Einrichtung einer zweiten Direktorenstelle (1977) kamen auch die Bildkünste wieder verstärkt in das Blickfeld der Forschung.

Das Programm der Hertziana ist jedoch nicht gattungsbezogen, sondern gilt der in Rom sowie in Mittel- und Süditalien entstandenen Kunst in toto, da von ihr immer wieder entscheidende Anregungen für die gesamte europäische Kunstgeschichte ausgingen. Die römische Kunst verdankt ihren Rang nicht zuletzt der ständigen Konfrontation mit der antiken Kunst in all ihren Formen, die an keinem anderen Ort den Künstlern so präsent war wie in Rom. So hat eines der wichtigsten Institutsprojekte der letzten Jahre das Nachleben der Antike zum Inhalt: der Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance, eine Datenbank über das Studium der antiken Malerei, Plastik und Architektur in der frühen Neuzeit. Weitere Projekte sind den Schriftquellen zum Leben und Werk Raffaels, den Architekturzeichnungen Antonio da Sangallos d. J., der Ausgrabung der frühchristlichen Basilika von S. Lorenzo in Damaso und dem zeichnerischen Oeuvre Borrominis gewidmet. 

Neben den Projekten des Instituts und der Direktoren stehen die Forschungen der für Bibliothek, Fotothek und Publikationen verantwortlichen wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie der insgesamt etwa 15, auf zwei bis vier Jahre dem Institut verbundenen Assistenten, Stipendiaten und wissenschaftlichen Hilfskräfte. Etwa vierzehntägige, häufig vor Ort durchgeführte Seminare, regelmäßige Workshops über die laufenden Arbeiten und monatliche Vorträge, Studienkurse für jüngere Kollegen aus deutschsprachigen Ländern sowie zahlreiche Symposien und Kongresse geben Gelegenheit zum wissenschaftlichen Austausch zwischen den Mitgliedern des Instituts und auswärtigen Gästen.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Viele der Projekte des Institutes sind nicht nur gattungsübergreifend, sondern auch interdisziplinär angelegt. Dies drückt sich in den häufig mit anderen römischen (und auswärtigen) Institutionen gemeinsam veranstalteten Kongressen und Ausstellungen aus; zu den wichtigsten Partnern der Bibliotheca Hertziana gehören dabei die Vatikanischen Museen, das Deutsche Archäologische Istitut, das Deutsche Historische Institut, ferner das Historische Institut beim Österreichischen Kulturinstitut in Rom, das Niederländische Institut in Rom, die  Académie de France (Villa Medici) sowie die Soprintendenza ai Beni Artistici, das Kunsthistorische Institut in Florenz, aber auch das Warburg Institute in London und das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München.

 

 

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