Mikrokosmos Villa Hadriana. Ein ›künstlerischer Interaktionsraum‹ im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts

Francesco Piranesi, Pianta delle Fabriche esistenti nella Villa Adriana 1781, Taf. I-VI, 812 × 3105 mm (Foto: public domain)

Das Forschungsvorhaben widmet sich der vielseitigen Rezeption der Villa Hadriana bei Tivoli in ihrer Bedeutung als ›dynamischer Kontaktzone‹ bzw. ›künstlerischem Interaktionsraum‹ in der Neuzeit in Europa. Die architektonischen Befunde, die Bauaufnahmen, sowie die vielseitige Darstellung des  Areals und die Funde von Objekten im Laufe der Jahrhunderte sollen die Anfängen der Ausgrabungskampagnen als bloße Freilegung und Gewinnung von Artefakten bis hin zur modernen Archäologie mit ihrer wissenschaftlichen Dokumentation erläutern.

›Warwick Vase‹ aus: Giovanni Battista Piranesi, Vasi, candelabri, cippi…, 1778–80, Bd. I, Taf. 2, Kupferstich, 550 x 800 mm (Foto public Domain))

Die von Kaiser Hadrian zwischen 117 und 138 n. Chr. realisierte Anlage wurde in der Renaissance ›wiederentdeckt‹ und galt seitdem als Projektionsfläche einer antiken idealen Kultur. Sie fungierte über die Schaffung eines gemeinsamen Erfahrungsraumes einerseits als europäische Verständigungsbasis, diente aber andererseits, über die jeweilige Horizonterweiterung, zur Ausbildung individueller und nationaler Vorstellungen. Rezeption, Präsentation und Bedeutungswandel der mobilen Dekorationsteile aus der Villenanlage sollen auf ihre ›Rekontextualisierung‹ in Privatsammlungen und Museen an ausgewählten Beispielen untersucht werden. Bei den unterschiedlichen Aufgabenbereichen geht es vordergründig um eine Fokussierung auf die Rezipientengruppen der Künstler, Architekten und Zeichner aber auch der Ausgräber, Restauratoren und Kunsthändler. Mit ihren Aufnahmen wurden Darstellungen und Vorstellungen, Befunde und Eindrücke, Aspekte und Auffassungen der Villa Hadriana überliefert, die zahlreiche Fragen aufwerfen.

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Projektleitung

Dr. Cristina Ruggero

DFG-Forschungsprojekt
(April 2017–März 2020)

Kontakt


Dr. Cristina Ruggero
Zentralinstitut für Kunstgeschichte

c.ruggero(at)zikg.eu

Vorträge

9. November, 2018 – Stuttgart, Hauptstaatsarchiv
Congress, 8–10, 2018: Aufbewahren, Transportieren, Inventarisieren. Objekte und ihre Ordnung in der Vormoderne. 3. Jahrestreffen des Arbeitskreises „Materielle Kultur und Konsum in der Vormoderne“
Vortrag: Ausgrabungsfunde aus der Hadriansvilla in neuen Ausstellungskontexten
 
17. Oktober 2018 – München, ZIKG
Lecture Series: Villa Hadriana: die kaiserliche Residenz und ihre Rezeption
Vortrag: Bares für Rares: Antike aus der Hadriansvilla und der römische Kunstmarkt
Gäste: Clare Hornsby, Ph.D, FSA, London: Man of Spirit, Man of Taste, Man of Fashion: deciphering identities of the British collectors of ancient marbles.
Adriano Aymonino, The University of Buckingham: The reception of ancient painting in the eighteenth century: theoretical debate, antiquarian publications and the visual arts
 
2. Oktober 2018 – Moskau, Lomonosov Moskow State University
8th international academic conference, October 2–6, 2018: Actual Problems of Theory and History of Art congress
Vortrag: Hadrian’s Villa on tour
 
13. September 2018 – Munich, LMU, Institut für Ägyptologie und Koptologie
Workshop: Diplomacy in Ancient Times: the Figure of Udjahorresnet. Close readings from across the ancient world, September 12–15, 2018)
Vortrag: Egyptianizing sculptures from Hadrian’s Villa in museum presentations

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