1800–Gegenwart

Das Pastell als gattungsübergreifendes Ausdrucksmittel im 19. Jahrhundert in Italien
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Das Pastell wird zumeist als Phänomen der französischen Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts angesehen. Ebenso wichtig ist jedoch seine Bedeutung für die italienische Kunst, angefangen bei Leonardo da Vinci über Correggio und Federico Barrocci bis hin zu Rosalba Carriera. Während sich erstere auf die Entwicklung eines neuen Ausdrucksmittel im Bereich der Handzeichnung konzentrierten, bevorzugten Rosalba Carriera und ihre Zeitgenossen die Pastellmalerei. Mit ihr gelangte die Technik zu einer ungeahnten Blüte. Im Anschluss daran scheint das Pastell aus der Praxis der Künstler zu verschwinden, gleichsam aus der Mode zu kommen. Das Forschungsprojekt geht der Wiederentdeckung des Pastells in der Malerei und Zeichnung im 19. Jahrhundert in Italien nach, als es auch in Frankreich eine bemerkenswerte Renaissance erfuhr. Die technischen Grenzen zwischen Zeichnung und Malerei sind dabei genauer zu untersuchen. Besondere Aufmerksamkeit soll den Arbeiten  von Künstlern wie Telemaco Signorini, Giovanni Fattori, Giovanni Segantini, Angelo Morbelli, Mosè Bianchi oder Giovanni Boldini gewidmet werden.

Antikenschutz nach 1870 am Beispiel der Commissione Archeologica di Roma
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Im April 1872 wurde die Commissione Archeologica di Roma zum Schutz und zur Pflege der Monumente der Stadt Rom und seines Territoriums eingerichtet. Damit war nach einem Hiat von zwei Jahren die Tradition der 1816 eingerichteten päpstlichen Commissione generale consultiva di antichità e belle arti wiederaufgenommen, die sich – ebenfalls mit wechselndem Erfolg – bislang um den Schutz der beweglichen und unbeweglichen historischen Monumente gekümmert hatte.
Die Kommission zählte zu ihren ersten Mitgliedern Augusto Castellani, Giovanni Battista de Rossi, Pietro Rosa, Virginio Vespignani, Pietro Ercole Visconti, Carlo Ludovico und Francesco Nobili Vitelleschi mit dem noch jungen Rodolfo Lanciani als Generalsekretär.
Zu den drängendsten Aufgaben gehörte der Schutz der antiken Monumente inmitten der urbanistischen Umwälzungen der Jahre nach der Bestimmung Roms als Hauptstadt Italiens im Januar 1871, aber auch die Konservierung der neu gemachten Funde inmitten der spekulativen Bautätigkeit inner- und außerhalb der Stadt sowie die Regulierung der Verkäufe von antiken Kunstwerken ins Ausland.
Das Projekt soll anhand der bislang unveröffentlichten Dokumentation – Verbali, Schedario, Giornale und Rubrica – das Wirken der Kommission bis zu ihrem Ende im Jahre 1923 aufarbeiten.

The Global Reception of Heinrich Wölfflin's »Kunstgeschichtliche Grundbegriffe« 1915-today
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The current projects include a SSHRC funded project (http://thewolfflinproject.utoronto.ca) on the Global Reception of Heinrich Wölfflin’s classic text, Kunstgeschichtliche Grundbegriffe. Collaborating with Tristan Weddigen of the University of Zurich, and now the Bibliotheca Hertziana, she has co-edited with Weddigen a new English translation and critical edition of the Principles of Art History (Getty, 2015) and is currently completing a volume on the Global Reception to appear in the Studies in Art History series published by the Center for Advanced Studies in the Visual Arts (National Gallery of Art, Washington DC). She is also collaborating with Weddigen on a new German edition of the Grundbegriffe for the new complete edition of Wölfflin’s work to be published by Schwabe.

Africa – Fascismo – Modernismo. Visualità e politiche culturali negli anni Trenta
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Il progetto intende esaminare le relazioni che intercorrono tra l’Africa coloniale e il Modernismo italiano negli anni Trenta del Novecento. Al centro dell’indagine sono la promozione da parte del governo di un’arte coloniale italiana, le strategie visive relative alla rappresentazione dell’Africa e l’utilizzo di oggetti etnografici e di esemplari di arte antica africana da parte della propaganda coloniale fascista. Le prime mostre internazionali di arte coloniale, tenutesi a Roma presso il Palazzo delle Esposizioni nel 1931 e a Napoli nel Maschio Angioino nel 1934, così come la Mostra triennale delle Terre d’Oltremare del 1940, costituiscono dei laboratori ideali per indagare le strategie transmediali della propaganda fascista. Alle mostre internazionali e alla politica monumentale di celebrazione dell’impresa coloniale in Africa si affianca il riallestimento del Museo coloniale di Roma, investito di un inedito ruolo propulsore della cultura artistica italiana mediante un fitto programma di esposizioni temporanee che spaziano dalle retrospettive di artisti "africanisti" di fine Ottocento alle sperimentazioni più aggiornate del Secondo Futurismo. Il progetto intende inoltre ripercorrere la biografia culturale degli esemplari del patrimonio culturale etiopico trafugati negli anni Trenta, ricollocati e risemantizzati nello spazio urbano della Capitale e infine restituiti, al fine di ritracciare, attraverso la circolazione di oggetti d’arte e materiale etnografico, l’asse coloniale Roma-Addis Abeba. 

Lo studio della visualità fascista relativa al tema africano e coloniale viene affrontato allargando il campo d’indagine storico-artistico a molteplici tipologie di materiale visivo, dai monumenti di accezione coloniale che configurarono lo spazio urbano a esemplari pittorici e scultorei, al materiale fotografico, alla pubblicistica illustrata, fino alle celebrazioni dell’Impero documentate dai cinegiornali dell’Istituto LUCE, che talvolta videro coinvolti esemplari del patrimonio artistico. Il patrimonio culturale coloniale viene esaminato pertanto in qualità di medium attraverso il quale il fascismo trasformò la memoria sociale degli eventi in una memoria istituzionale, collettiva, a lungo termine. Ed è attraverso la disamina critica di riaffioranti tópoi visivi e luoghi della memoria che si intende contribuire all’elaborazione del passato coloniale, resa sempre più urgente dalla crisi dei rifugiati (talvolta in fuga dalle ex colonie) e dalla necessità della nazione di ridefinire il suo ruolo nel Mediterraneo.

 

 

Motion in Stillness: Photography, Modernity, and the Avant-Garde in Italy, 1860—1913
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This project considers photography in Italy between the Risorgimento and the first World War. Projects related to building identity and picturing society for a modern Italy involved practices of archiving and collecting emergent in the nineteenth century that shaped modes of seeing and generating visual knowledge in both aesthetic and scientific spheres. Specifically, albums and collections documenting Italy's artistic patrimony are of interest for this research, in addition to the criminal-anthropological archive of Cesare Lombroso, which occupies a major chapter. Photography, as a medium that was used and understood in various ways in this period, engendered multiple theorizations and re-theorizations of vision, visibility, aesthetics, understanding, and consciousness during the modernization and industrialization of post-Risorgimento society. This dissertation considers historical connections amongst critical and theoretical receptions of artistic, scientific, and social photography in the latter half of the nineteenth century, arguing that debates about the medium and its entanglements with modern perception and consciousness were crucial to the emergence of the artistic avant-garde, looking specifically at the Futurist photographers Arturo and Anton Giulio Bragaglia and their separation from the Futurist movement in 1913.

Epochale Umbrüche. Geschichtslabor Ausstellung
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Indem Ausstellungen Produktion, Distribution und Konsumption zusammenführen verwalten sie maßgeblich die Stiftung von Bedeutungen im Kunstfeld und stellen für die Kunstgeschichte der Gegenwart eine besondere Herausforderung dar. Dieses Forschungsprojekt widmet sich dem Ausstellungsmedium und seinem Anteil an (kunst-)historischen Periodisierungen. Seit den 1990er-Jahren entwickeln sich sog. postrepräsentative – diskursive und performative – Formate, die den Anspruch haben, qua spürbar gemachte Gegenwart in die Geschichte einzugreifen, d.h. sie nicht nur abzubilden oder zu tradieren, sondern zu erzeugen. Diese Formatveränderungen im Medium Ausstellung machen einerseits deutlich, dass die Ausstellung und Praktiken des Ausstellens gleichermaßen in ihrer historischen Dimension zu berücksichtigen sind und andererseits, dass sie ihren Gegenwartsbezug stets mitverhandeln und damit selbst am Wandel von Zeitauffassungen mitwirken. Das Verhältnis von Ausstellungen und Geschichte soll am Epochenwechsel von der modernen zur zeitgenössischen Kunst untersucht werden, der zugleich das Umschlagen eines zukunftsfokussierten Historizitätsregimes in ein gegenwartsfokussiertes markiert. Während der Anteil von Kunstwerken an diesem Umbruch bereits thematisiert wurde, steht eine Untersuchung des Ausstellungsformats aus dieser Perspektive derzeit noch aus und soll ausgehend von Fallbeispielen, die sich zwischen 1960 und 1990 unter anderem in Rom ereigneten, entwickelt werden.

Zur Transformation historischer Industriebauten in der aktuellen Stadtplanung Roms. Aufgabe, Kulturerbe, Erinnerungsort, urbanistische Ressource?
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Auch wenn Rom kein typischer Industriestandort ist, befinden sich nahe des Stadtkerns einige ehemalige Produktionsstätten, deren stadt- wie architekturhistorischer Wert von der lokalen Industriearchäologie seit den 1970er Jahren erforscht wird. Das Umnutzungsspektrum bedeutender Einzelbauten der letzten 30 Jahre erweiterte sich jüngst um ein international zu beobachtendes Phänomen. Altindustrielle Bauensembles wurden in den aktuellen Generalbebauungsplan als Impulsgeber für Stadtviertelaufwertungen integriert. In dem Dissertationsprojekt werden ausgewählte Industrieanlagen seit der Hauptstadtwerdung 1871 als gesellschaftliche Aufgabe, Kulturerbe, Erinnerungsort und urbanistische Ressource analysiert, um ein differenziertes Bild der »ewigen« Stadt im Umgang mit ihrer industriellen Vergangenheit zu zeichnen. Dabei gilt es nicht nur, theoretische wie praktische Positionen von Denkmal- und Stadtbildpflege kritisch zu reflektieren, sondern auch, dem identitätsstiftenden Potential von Transformationen im Dienst einer Kulturmetropole des 21. Jahrhunderts nachzugehen. Ziel dieser substantiell architekturhistorischen Untersuchung ist es nicht zuletzt, im internationalen Vergleich eine valide Typologie städtebaulich integrierter Nachnutzungskonzepte zu entwickeln.