Bildinfo

Links: Ausschnitt aus dem Deckenfresko Federico Zuccaris in der ›Sala terrena‹ des Palazzo Zuccari, rechts: Ausschnitt aus dem Entwurf Giacomo Giollis für den Concorso Clementino 1706.

© Bibliotheca Hertziana (Gabriele Fichera) und Accademia di San Luca, Rom.

Mikrokosmos Villa Hadriana. Ein ›künstlerischer Interaktionsraum‹ im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts

Francesco Piranesi, Pianta delle Fabriche esistenti nella Villa Adriana 1781, Taf. I-VI, 812 × 3105 mm (Foto: public domain)

Das Forschungsvorhaben widmet sich der vielseitigen Rezeption der Villa Hadriana bei Tivoli in ihrer Bedeutung als ›dynamischer Kontaktzone‹ bzw. ›künstlerischem Interaktionsraum‹ in der Neuzeit in Europa. Die architektonischen Befunde, die Bauaufnahmen, sowie die vielseitige Darstellung des  Areals und die Funde von Objekten im Laufe der Jahrhunderte sollen die Anfängen der Ausgrabungskampagnen als bloße Freilegung und Gewinnung von Artefakten bis hin zur modernen Archäologie mit ihrer wissenschaftlichen Dokumentation erläutern.

›Warwick Vase‹ aus: Giovanni Battista Piranesi, Vasi, candelabri, cippi…, 1778–80, Bd. I, Taf. 2, Kupferstich, 550 x 800 mm (Foto public Domain)

Die von Kaiser Hadrian zwischen 117 und 138 n. Chr. realisierte Anlage wurde in der Renaissance ›wiederentdeckt‹ und galt seitdem als Projektionsfläche einer antiken idealen Kultur. Sie fungierte über die Schaffung eines gemeinsamen Erfahrungsraumes einerseits als europäische Verständigungsbasis, diente aber andererseits, über die jeweilige Horizonterweiterung, zur Ausbildung individueller und nationaler Vorstellungen. Rezeption, Präsentation und Bedeutungswandel der mobilen Dekorationsteile aus der Villenanlage sollen auf ihre ›Rekontextualisierung‹ in Privatsammlungen und Museen an ausgewählten Beispielen untersucht werden. Bei den unterschiedlichen Aufgabenbereichen geht es vordergründig um eine Fokussierung auf die Rezipientengruppen der Künstler, Architekten und Zeichner aber auch der Ausgräber, Restauratoren und Kunsthändler. Mit ihren Aufnahmen wurden Darstellungen und Vorstellungen, Befunde und Eindrücke, Aspekte und Auffassungen der Villa Hadriana überliefert, die zahlreiche Fragen aufwerfen.

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Projektleitung

Dr. Cristina Ruggero

DFG-Forschungsprojekt
(April 2017–März 2020)

Kontakt


Dr. Cristina Ruggero
Zentralinstitut für Kunstgeschichte

c.ruggero(at)zikg.eu