Römische Studien der Bibliotheca Hertziana

Redaktion: Dr. Marieke von Bernstorff

bernstorff(at)biblhertz.it

Band 114 Worms, Wernersche Verlagsgesellschaft 

Band 15 ff.  München, Hirmer Verlag 

39. Neela Struck, Römische Bauprojekte im Bild. Studien zur medialen Vermittlung der Bautätigkeit Papst Pauls V. Borghese (1605-1621)

310 Seiten, 250 Abbildungen in Farbe und S/W, München: Hirmer Verlag 2017. ISBN 978-3-7774-2834-5, €120,00

Papst Paul V. gehört zu den bedeutendsten frühneuzeitlichen Bauherrn der Stadt Rom. Seine fieberhafte Bautätigkeit wird von einer nicht minder produktiven Bildpropaganda begleitet, die hier erstmals zusammengeführt und in ihrer medialen Vielfalt anschaulich gemacht wird. Dabei verortet die Studie die Inszenierung des päpstlichen Architekturmäzens im spezifisch römischen Kontext der Konfessionalisierung.


38. Claire Guinomet, Das italienische Sakramentstabernakel im 16. Jahrhundert
Tempietto-Architekturen en miniature zur Aufbewahrung der Eucharistie

240 Seiten, 199 Abbildungen in Farbe und S/W, München: Hirmer Verlag 2017. ISBN 978-3-7774-2599-3, €88,00

Als Reaktion auf die Reformation wurde das italienische Sakramentstabernakel besonders prunkvoll im Kirchenraum inszeniert. Zahlreiche namhafte Künstler widmeten sich dieser gestalterischen Aufgabe und schufen prächtige Kleinarchitekturen, die monumentale Ausmaße annehmen konnten und in komplexen formalen und inhaltlichen Bezügen zum Kirchenraum standen. Die Studie erforscht erstmals ihre Entstehung und Verbreitung, Gestaltung und Symbolik im 16. und frühen 17. Jahrhundert.


37. Torsten Tjarks, Das Architekturdetail bei Borromini. Form, Variation und Ordnung

432 Seiten mit insgesamt 498 Abbildungen, München: Hirmer Verlag 2015. ISBN 978-3-7774-2504-7, €135,00

Neuartige Architekturdetails, die den klassischen Formenkanon der Säulenordnungen auf subtile Weise abwandeln, sind ein integraler Bestandteil der Werke Francesco Borrominis (1599–1667). Er setzte sie gezielt ein, um seine unkonventionellen Architekturen auch in dieser Hinsicht mit ungewohnten Qualitäten auszustatten, formal-ästhetisch wie inhaltlich-ikonologisch. Bereits die Zeitgenossen registrierten es als ein auffälliges Merkmal der Architektur Borrominis, dass er zu jedem Bau einen eigenen Apparat von Einzelformen erfand und sich dabei – vermeintlich – radikal von den Modellen der Antike und Renaissance löste. Die Untersuchung betrachtet exemplarische Bauten Borrominis, insbesondere seiner ersten Schaffensphase, und ermöglicht nicht zuletzt durch eingehende Analysen seiner Handzeichnungen neue Einblicke in Gestaltungsabsichten und -methoden des Architekten, sein Verhältnis zur Antike, zu Vorbildern wie Michelangelo sowie zur Architekturtheorie.


36. Johanna Beate Lohff, Malerei auf Stein. Antonio Tempestas Bilder
auf Stein im Kontext der Kunst- und Naturtheorie seiner Zeit.

288 Seiten, 121 Abbildungen, davon 76 in Farbe, München: Hirmer 2015. ISBN 978-3-7774-2509-2, €88,00

Antonio Tempesta (um 1555–1630) gilt als einer der führenden Vertreter der Malerei auf Stein. Das natürliche Erscheinungsbild des Trägermaterials berücksichtigend, schuf er Malereien, bei denen Natur und Kunst sich gegenseitig ergänzen und in eine ästhetische Einheit überführt werden. Der Band behandelt
erstmals Tempestas Arbeiten auf Stein unter Berücksichtigung theologischer und mineralogischer Schriften des 16. und 17. Jahrhunderts und stellt sie in den Kontext der zeitgenössischen Sammlungs- und Wissenschaftsgeschichte.


35. Nadja Horsch, Ad astra gradus. Scala Santa und Sancta Sanctorum in Rom unter Sixtus V. (1585–1590)

384 Seiten mit 20 Tafeln in Farbe und 54 Tafeln in s/w mit insgesamt 231 Abbildungen (72 Abb. in Farbe, 159 s/w), München: Hirmer Verlag 2014. ISBN 978-3-7774-8071-8, €112,00

Mit der Zusammenführung der Scala Santa, der als Reliquie verehrten Treppe des Pilatuspalastes in Jerusalem, und der Reliquienkapelle Sancta Sanctorum entstand unter Sixtus V. am Lateran ein einzigartiges Heiligtum. Die komplexe Gesamtdeutung des Baus von Domenico Fontana und seines typologischen Freskenprogramms umfasst neben der Analyse ikonografischer Traditionen auch Aspekte zeitgenössischer Verehrungspraxis und päpstlicher Selbstdarstellung.


34. Jens Niebaum, Der kirchliche Zentralbau der Renaissance in Italien. Studien zur Karriere eines Baugedankens im Quattro- und frühen Cinquecento

656 Seiten, 470 Abbildungen in S/W, München: Hirmer Verlag 2016. ISBN 978-3-7774-8061-9, €140,00 (2 Bände)

Zentralbauten, d.h. Kirchen über dem Grundriss eines Kreises, eines Vier- oder Mehrecks, eines griechischen Kreuzes o.ä., gehören für die Renaissanceforschung seit Jacob Burckhardt zu den wichtigsten Paradigmata der Architektur dieser Epoche. Die vorliegende Studie untersucht die Gründe für die außerordentliche Beliebtheit dieses Baugedankens sowie die Mechanismen seiner Konjunktur in architektonischer Praxis und Theorie und fragt überdies grundsätzlich nach den Kategorien architektonischer Typenbildung des 15. und 16. Jahrhunderts in Italien. Als ein wichtiges Ergebnis lässt sich festhalten, dass von einem konsistenten Zentralbau-Ideal der Epoche nicht die Rede sein kann. Wohl aber lassen sich übergeordnete Kriterien der zeitgenössischen Architektur namhaft machen, die die Verbreitung zentrierter Bautypen nachdrücklich bestimmt haben.


33. Michael Schmitz, Pietro Cavallini in Santa Cecilia in Trastevere. Ein Beitrag zur römischen Malerei des Due- und Trecento

436 Seiten mit 48 Tafeln in Farbe, 1 Falttafel in Farbe und 60 Tafeln in s/w mit 230 Abbildungen. München, Hirmer Verlag 2013. ISBN 978-3-7774-8051-0, €135,00

Cavallini gehört neben Giotto zu den Wegbereitern der Renaissancemalerei und ist der wichtigste Protagonist der römischen Schule, die zwischen 1275 und 1305 eine überregional folgenreiche Kunstproduktion hervorgebracht hat. Dazu zählen als Meisterwerk ersten Ranges die um 1300 geschaffenen Fresken in Santa Cecilia in Trastevere, die hier erstmals wissenschaftlich fundiert untersucht werden, mit neuen Erkenntnissen zur Datierung, zur Identifizierung des Auftraggebers sowie zur Rekonstruktion des Bildprogrammes mittels einer Bauaufnahme und der Auswertung historischer Quellen. Zudem werden die gattungsübergreifenden künstlerischen Vorbilder herausgearbeitet, Händescheidungen vorgenommen sowie der Werkstattbetrieb und die revolutionäre Ausführungstechnik analysiert.


32. Eckhard Leuschner (Hg.), Ein privilegiertes Medium und die Bildkulturen Europas. Deutsche, Französische und Niederländische Kupferstecher und Graphikverleger in Rom von 1590 bis 1630

344 Seiten u. 300 Abbildungen in s/w und 16 Farbtafeln. München, Hirmer Verlag 2012. ISBN: 978-3-7774-4801-5, €98,00

Anhand des Verhältnisses der aus Nordeuropa zugereisten und der einheimischen Künstler und Kunsthändler wird das faszinierende Spektrum der Bildproduktion in Rom zwischen 1590 und dem Beginn des Hoch­barocks untersucht. Mit medienspezifischem Ansatz, nämlich von der Druckgrafik ausgehend, werden die kreativen Energien untersucht, durch welche die Stadt in jenen Jahren zum Zentrum und Labor der internationalen Kunstentwicklung wurde. Durch Analyse der römischen Tätigkeit von Künstlern wie Hendrick Goltzius, Philippe Thomassin, Jacques Callot, Matthäus Greuter und Claude Mellan sowie durch zahlreiche Neuentdeck­ungen und eine umfangreiche Bebilderung ist dieses Buch ein unverzichtbares Referenz- und Übersichtswerk zur Kunstgeschichte und zum europäischen Kulturtransfer in der Frühen Neuzeit.


31. Annette HojerFrancesco Solimena. Malerfürst und Unternehmer

Ca. 200 Seiten u. 100 Abbildungen in s/w, 16 Farbtafeln. München, Hirmer Verlag 2011. ISBN 978-3-7774-4301-0, €85,00 

Francesco Solimena zählt zu den bedeutendsten Malern des Spätbarock in Europa. Die Studie widmet sich den Gründen seines Erfolgs: Ausgewählte Hauptwerke werden erstmals umfassend analysiert und die Geschäftsstrategien untersucht, die seine einzigartige Position auf dem zeitgenössischen Kunstmarkt begründeten. Die erste deutschsprachige Publikation zu Francesco Solimena (1657–1747) stellt den europaweiten Erfolg des neapolitanischen Barockmalers in den Mittelpunkt. Ausgehend von Hauptwerken aus der Zeit 1707‒1734 wird seine Künstlerkarriere unter besonderer Berücksichtigung der Rezeptions- und Patronageforschung beleuchtet.


30. Samuel VitaliRomulus in Bologna. Die Fresken der Caracci im Palazzo Magnani.

344 Seiten, 216 Abbildungen in s/w und 16 Farbtafeln. München, Hirmer Verlag 2011. ISBN:978-3-7774-4291-4, €98,00

Der gemalte Fries mit Szenen aus dem römischen Gründungsmythos, mit dem Ludovico, Agostino und Annibale Carracci um 1590–1592 den Palast des Bologneser Senators Lorenzo Magnani schmückten, stellt das Hauptwerk der drei Bologneser Künstler in ihrer Heimatstadt und zugleich den Auftakt der barocken Wandmalerei dar.
Der Band bietet die erste umfassende Untersuchung zum Magnani-Fries. Dank gründlicher Archivstudien kann ein präziseres Bild des Auftraggebers gezeichnet und damit der historische Kontext des Werks beleuchtet werden, dessen ausgeprägt römisches Thema als Reverenz an den Papst zu deuten ist. Im Zentrum der Untersuchung stehen sodann die Analyse des Dekorationssystems sowie der Bilderzählung, insbesondere der von der Emblemliteratur geprägten Bezüge zwischen Text und Bild.


29. Christina Strunck, Elisabeth Kieven (Hg.), Europäische Galeriebauten. Galleries in a Comparative European Perspective (14001800).

436 Seiten u. 314 Abbildungen, davon 16 Farbtafeln. München, Hirmer Verlag  2010. ISBN 978-3-7774-3551-0, €130,

21 Beiträge namhafter Experten behandeln die Genese des Raumtyps Galerie und dessen Funktionen ebenso wie literarische und bildliche Galeriedarstellungen. Anhand von Beispielen aus ganz Europa aus dem Zeitraum 14001800 werden nationale Bau- und Ausstattungstraditionen sowie deren Wechselwirkungen aufgezeigt.


28Marieke von BernstorffAgent und Maler als Akteure im Kunstbetrieb des frühen 17. Jahrhunderts. Giovan Battista Crescenzi und Bartolomeo Cavarozzi

218 Seiten u. 106 Abbildungen, davon 25 in Farbe. München, Hirmer Verlag  2010. ISBN 978-3-7774-2641-9, €85, 

Ausgezeichnet mit dem Hans-Janssen-Preis 2010 der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Die Studie rekonstruiert die Zusammenarbeit des römischen Patriziers Giovan Battista Crescenzi mit dem Maler Bartolomeo Cavarozzi und diskutiert künstlerische und gesellschaftliche Wandlungsprozesse des frühen 17. Jhs. Kulturhistorische und kunsttheoretische Fragestellungen begleiten die Analyse und liefern Einblicke in die Funktionsweise des frühneuzeitlichen Kunstbetriebs.

Wie wenige seiner Zeit verstand es Crescenzi, die Potentiale des im Umbruch befindlichen Kunstsystems aufzugreifen und individuell zu nutzen. Unter den in Rom und Madrid agierenden Mäzenaten fiel er nicht so sehr durch seine Sammelleidenschaft als vielmehr durch seine künstlerische Ausbildung auf. Sie ermöglichte es ihm in dem Moment als Mediator zwischen Malern und Auftraggebern aufzutreten, als die Entwicklung des Kunstmarktes neue Forderungen sowohl an die Künstler als auch an die Rezipienten stellte. Crescenzi garantierte nicht nur für die Qualität der von ihm betreuten Auftragsarbeiten, sondern vermittelte auch Gemälde ihm verbundener Maler an Sammler in ganz Europa. Cavarozzi konnte sich so den Anforderungen eines sich zunehmend liberalisierenden Bildermarktes stellen, ohne auf das hergebrachte Patronageverhältnis verzichten zu müssen. Die Analyse ausgewählter Werke Cavarozzis zeigt, dass sich das Spezifische der künstlerischen Arbeitsweise des Malers durch die Bindung an Crescenzi konstituiert. Kulturhistorische und kunsttheoretische Fragestellungen begleiten die Rekonstruktion des professionellen Profils Giovan Battista Crescenzis und liefern Einblicke in die Funktionsweise des frühneuzeitlichen Kunstbetriebs.


27. Regina Deckers, Die Testa Velata in der Barockplastik. Zur Bedeutung von Schleier und Verhüllung zwischen Trauer, Allegorie und Sinnlichkeit.

400 Seiten u. 188 Abbildungen. München, Hirmer Verlag  2010. ISBN 978-3-7774-2471-2, €85,

Ausgezeichnet mit dem Förderpreis des »Kreises der Freunde des Seminars für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf«

»Menzione d'onore« anläßlich der Verleihung des Premio Salimbeni 2012 

Die Verschleierung des menschlichen Hauptes bis über das Gesicht bildet ein auffallendes Phänomen der Barockplastik, das hier in verschiedenen Facetten seiner Geschichte und Bedeutung sowie im Hinblick auf seine Verbreitung in Europa vorgestellt wird.

Die Verhüllung von Gesicht und Gestalt ist in Brauchtum und bildender Kunst als Zeichen der Sittsamkeit und der Trauer bekannt; der Schleier wurde aber sinnbildlich auch in der barocken Bildsprache der Allegorie eingesetzt. Neben diesen inhaltlichen Aspekten widmet sich die vorliegende Studie insbesondere der bildhauerisch virtuosen Darstellungsweise von Schleier und Verhüllung in der Plastik des 17. und 18. Jahrhunderts und dem künstlerischem Spiel mit der Phantasie des Betrachters.


26. Hermann Schlimme und Lothar Sickel (Hg.), Ordnung und Wandel in der römischen Architektur der Frühen Neuzeit. Kunsthistorische Studien zu Ehren von Christof Thoenes.

254 Seiten u. 197 Abbildungen, davon 12 Farbtafeln. München, Hirmer Verlag  2011. ISBN 978-3-7774-2301-2, €90,

Seit Jahrzehnten ist Christof Thoenes einer der renommiertesten und produktivsten Forscher zur italienischen Architektur der Renaissance und des Barock. Die Bibliotheca Hertziana hat Christof Thoenes im Dezember 2008 zum seinem 80. Geburtstag mit einem Festvortrag und einem Studientag geehrt. Der Band versammelt die Beiträge, die im Rahmen der Feierlichkeiten präsentiert wurden.

Mit der Publikation des Sammelbandes bekunden insbesondere jüngere Mitglieder der Bibliotheca Hertziana ihren Dank an Christof Thoenes für sein stets kritisch anregendes Wirken, das auf ihre Forschungen prägenden Einfluss hatte. In den verschiedenen Beiträgen folgen die Autoren seinen weit gespannten Forschungsinteressen.

Der Band enthält baugeschichtliche Untersuchungen zu den utopischen St. Peter-Entwürfen aus dem Pontifikat Leos X., zu mathema­tischen Grundlagen und zum Planungsprozess in Antonio da Sangallos Kuppelentwürfen für St. Peter sowie zu Carlo Fontanas Wissen um den Kuppelbau am Beispiel von Santa Margherita in Montefiascone. Zwei motivgeschichtliche Beiträge gelten dem Gebälk der Säulenordnungen in der Renaissance- und Barockarchitektur und der Nach­folge von Michelangelos in die Wand gestellten Säulen im Ricetto der Bib­lioteca Laurenziana. In einer literaturgeschichtlichen Untersuchung wird die Rezeption der Peterskirche in den Dichtungen von Girolamo Preti und Alessandro Tassoni beleuchtet. Um Fragen der römischen Urbanistik geht es einer Studie zur Expansion der Hospitalbauten bei Santo Spirito in Sassia und beim Lateran sowie in einer ikonographischen Analyse einer unbekannten Vedute von San Clemente in Montepulciano aus dem frühen 17. Jahrhundert. Die quellenkundliche Aufarbeitung eines Streits zwischen Gian Lorenzo Bernini und Virgilio Spada hat zugleich die Geschichte des Palazzo Cybo am Petersplatz im Blick. Eine Studie zu Ottavio Leonis Porträtzeichnungen Galileis rundet den Band ab.


25. Sybille Ebert-Schifferer, Cecilia Mazzetti di Pietralata (Hg.), Joachim von Sandrart. Ein europäischer Künstler und Theoretiker zwischen Italien und Deutschland.

280 Seiten u. 240 Abbildungen, davon 31 Farbtafeln. München, Hirmer Verlag  2009. ISBN 978-3-7774-2291-6, €85,

Akten des Internationalen Kolloquiums im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Rom und der Norden Wege und Formen des künstlerischen Austauschs«. Der Band versammelt Beiträge der internationalen Tagung »Joachim von Sandrart zum 400. Geburtstag: ein europäischer Künstler und Theoretiker zwischen Italien und Deutschland«, die am 3.4. April 2006 in der Bibliotheca Hertziana stattfand. Die Aufsätze beleuchten die unterschiedlichen Aspekte der Aktivität Joachim von Sandrarts und unterstreichen die europäische Bedeutung dieses Malers, Kunsttheoretikers und Historiographen des 17. Jahrhunderts. Im Tafelteil sind zahlreiche Gemälde Sandrarts erstmals in Farbe publiziert.


24. Manfred Luchterhandt, Die Kathedrale von Parma. Architektur und Skulptur im Zeitalter von Reichskirche und Kommunebildung.

608 Seiten u. 483 Abbildungen, 100 neue Pläne und Grafiken. München, Hirmer Verlag 2009. ISBN 978-3-7774-7005-4, €140,

Ausgezeichnet mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft (1998)

Weitere Themen sind der Werkstattbetrieb, das Spolienwesen, ikonographische Planungsprozesse und die Interessengegensätze in der Bauplanung, durch die der Dombau unabhängig von den etablierten Architekturtraditionen Italiens sein individuelles Profil erhielt.

Als einer der bedeutendsten und umstrittensten Kirchenbauten Italiens ist die romanische Kathedrale von Parma in die Handbücher eingegangen. Anhand von neuen Vermessungen, Bauuntersuchungen und Archivstudien rekonstruiert die Studie ihre ungewöhnliche Entstehungsgeschichte vor und nach der Erdbebenzerstörung von 1117, das stadt- und kirchenpolitische Umfeld in den Personengeflechten der kaiserlichen Hofkapelle wie der oberitalienischen Reformbewegung um 1100 und wirft neues Licht auf die damaligen Wege des Kultur- und Künstlertransfers.


23. Andreas Thielemann, Stefan Gronert (Hg.), Adam Elsheimer in Rom. Werk Kontext Wirkung.

256 Seiten u. 183 Abbildungen sowie 16 Farbtafeln mit 24 Abbildungen. München, Hirmer Verlag  2008. ISBN 978-3-7774-4255-6, €80,

Mit seinen kunstvollen und detailreichen Bildern öffnete Adam Elsheimer den Zeitgenossen die Augen und wies der Naturdarstellung neue Wege. Zehn in diesem Band publizierte Aufsätze entfalten ein methodisch und thematisch weit gefächertes Panorama seines Schaffens und seines künstlerischen Umfelds in Rom.

Der in Frankfurt gebürtige Adam Elsheimer (15781610) lebte und arbeitete von 1600 bis 1610 in Rom. Gerade in diesem Jahrzehnt sollten Künstler wie Caravaggio, Annibale Carracci und Peter Paul Rubens hier die Anfänge des neuen Barockstils entwickeln. Auch Elsheimer leistete dazu einen Beitrag, obwohl er als Spezialist für kleine, auf Kupfer gemalte Bilder in einem beschränkten Marktsegment für zahlungskräftige Sammler arbeitete. Das kleine Format dieser Preziosen, die später fast ausnahmslos von Nordeuropäern aufgekauft wurden, sowie die Tatsache, dass Elsheimer die ökonomischen Risiken einer Malerexistenz im Rom des frühen Seicento nicht meisterte und früh verstarb, führten dazu, dass er bislang vor allem als genialer, aber gescheiterter Außenseiter gesehen wurde.

Im Februar 2004 fand erstmals in Rom eine internationale Tagung zu Adam Elsheimer statt, die den Auftakt der Reihe »Rom und der Norden Wege und Formen des künstlerischen Austauschs« bildete. Dezidiert zielte sie über den traditionellen Rahmen der Kleinmeisterforschung hinaus. Dabei werden Elsheimers Auseinandersetzung mit künstlerischen Traditionen behandelt, seine Vernetzung in der römischen Szene dargestellt, Kontakte mit der beginnenden Naturwissenschaft rekonstruiert sowie die Rezeptionswege seiner Kunst verfolgt.


22. Ralph-Miklas Dobler, Die Juristenkapellen Rivaldi, Cerri und Antamoro. Form, Funktion und Intention römischer Familienkapellen im Sei- und Settecento.

254 Seiten u. 89 Abbildungen. München, Hirmer Verlag  2009. ISBN 978-3-7774-3775-0, €85,

Die vorliegende Arbeit untersucht an Hand dreier unter verwandten Voraussetzungen entstandener Familienkapellen die Spannweite und die verschiedenen Facetten des traditionsreichen und für die Kunstgeschichte Italiens hochbedeutenden Phänomens.

Familienkapellen dienten nicht nur als Grablegen und damit dem Totengedenken, sondern hatten auch innerhalb der Glaubenslehre verschiedene Funktionen. Die Stiftung einer Kapelle und ihr materieller und liturgischer Unterhalt galten als Wohltätigkeit und somit als eine Form irdischer Sühne. Mit der Errichtung und der Ausgestaltung ließen sich zugleich das Prestige der Familie und ihr gesellschaftlicher Status in der öffentlichen Wahrnehmung beeinflußen. Entsprechend waren Grabkapellen in mehrfachem Sinn geeignete Orte zur Entfaltung von Mäzenatentum und Repräsentation.


21. Christina Strunck (Hg.), Un regista del gran teatro del barocco. Johann Paul Schor und die internationale Sprache des Barock.

280 Seiten u. 215 Abbildungen. München, Hirmer Verlag  2008. ISBN 978-3-7774-3515-2, €185,

Der aus Innsbruck gebürtige Johann Paul Schor (16151674), der sich als höchst kreativer und eigenständiger Mitarbeiter Gianlorenzo Berninis und Pietro da Cortonas in Rom einen Namen machte, begeisterte seine Zeitgenossen als Schöpfer monumentaler Freskomalereien, begnadeter Zeichner, Entwerfer außergewöhnlicher Kunstgegenstände und Meister der barocken Festkultur. Erstmals erscheint nun eine Buchpublikation über den äußerst vielseitigen Künstler und seine Familie, die an der europaweiten Verbreitung des römischen Barockstils maßgeblich beteiligt war.


20. Christina Strunck, Berninis unbekanntes Meisterwerk. Die Galleria Colonna in Rom und die Kunstpatronage des römischen Uradels.

622  Seiten u. 156 Abbildungen im Text, davon 16 Farbtafeln mit 20 Abbildungen sowie 45 Tafeln mit 195 Abbildungen. München, Hirmer Verlag  2007. ISBN 10-3-7774-3305-5, €150,

Ausgezeichnet mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft

Die Galleria Colonna in Rom und die Kunstpatronage des römischen Uradels sind trotz ihrer zentralen Stellung in der barocken Kunst noch nie Gegenstand einer Analyse gewesen. Auf der Grundlage bedeutender Dokumentenfunde wird die gesamte Bau- und Ausstattungsgeschichte des römischen Palazzo Colonna rekonstruiert und die Kunstpatronage der »ersten Familie Roms« in ihrem sozialen und politischen Kontext betrachtet.

Das komplexe Bildprogramm wird interpretiert und in seinem soziopolitischen Kontext betrachtet, so daß gezeigt werden kann, mit welchen Strategien die Colonna ihren Anspruch bekräftigten, die erste Adelsfamilie Roms zu sein. Mit diesem Werk liegt die erste umfassende Studie zum Kunstpatronat des römischen Uradels vor. Ein über hundertseitiger Dokumentenanhang, der eine Fülle überraschender Einblicke in die römische Kunst- und Sozialgeschichte gewährt, rundet den Band ab.


19. Hannes Roser, St. Peter in Rom im 15. Jahrhundert. Studien zu  Architektur und skulpturaler Ausstattung.

296 Seiten u. 218 Abbildungen. München, Hirmer Verlag  2005. ISBN 3-7774-2405-6, €80,

Die Peterskirche in Rom im 15. Jahrhundert wurde in der Forschung bislang nur unvollständig wahrgenommen. So konnte der Eindruck entstehen, die Basilika sei um 1500 baufällig und mit Ausstattungsstücken überfüllt gewesen dies widerlegt Roser. Er zeigt, dass umfangreiche Arbeiten für eine Restaurierung und Neuausstattung der altehrwürdigen Kirche sorgten.

Außer den Päpsten, welche für die Basilika sorgten, und ihren Gefolgsleuten, welche den päpstlichen Gönnern nach ihrem Tod Grabmäler errichteten, sind auch vereinzelte Beiträge zur Renovierung und Ausstattung von St. Peter zu verzeichnen, deren Auftraggeber als vom Papst unabhängige Persönlichkeiten auftraten. Manche Kardinäle leisteten mit ihren Stiftungen einen zusätzlichen Beitrag zur Erneuerung der Basilika. Andere strebten dagegen primär nach einer Verbindung ihres Namens mit Heiligtümern, um einer durchaus ökonomisch kalkulierten Jenseitsfürsorge Rechnung zu tragen. Die Erneuerung der Konstantinsbasilika sowie zahlreiche Restaurierungs-, Bau- und Ausstattungsprojekte in den Pontifikaten Martins V. und seiner Nachfolger belegen die Etablierung des Papsttums in Mittel- und Westeuropa zur abermals anerkannten Institution.


18. Rhoda Eitel-Porter, Der Zeichner und Maler Cesare Nebbia 153-1614.

344 Seiten mit 200 Abbildungen auf 98 Tafeln. München, Hirmer Verlag  2009. ISBN 3-7774-9970-3, €90,

Dieses Werk widmet sich dem aus Orvieto stammenden Maler und Zeichner Cesare Nebbia, der zu den einflussreichsten Vertretern des römischen Spätmanierismus gehört. Er war vor allem maßgeblich beteiligt an wichtigen Aufträgen in Rom und Orvieto in der zweiten Hälfte des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

Das Buch besteht zunächst aus einer Würdigung des gesamten zeichnerischen Œuvres, welches chronologisch im Zusammenhang mit den gemalten Werken des Künstlers betrachtet wird. Dabei fällt auch Licht auf das Auftragswesen der Zeit und auf die Zusammenarbeit namhafter Künstler in den päpstlichen Werkstätten. Angeschlossen ist ein catalogue raisonné aller bekannten Zeichnungen Nebbias.


17. Ulrich Pfisterer, Donatello und die Entdeckung der Stile 14301445.

658 Seiten u. 154 Abbildungen. München, Hirmer Verlag  2002.  ISBN 3-7774-9210-8, vergriffen


16. Hans Ulrich Kessler, Pietro Bernini (15621629).

496 Seiten u. 218 Abbildungen. München, Hirmer Verlag  2005. ISBN 3-7774-9010-5 vergriffen

Pietro Bernini, der Vater und langjährige Meister des bedeutenden Barockbildhauers Gian Lorenzo, erfährt in der vorliegenden Monographie erstmals eine kritische Würdigung.

Der Florentiner Bildhauer Pietro Bernini (15621629) ist durch den Ruhm seines unvergleichlich bekannteren Sohnes Gian Lorenzo nahezu vollkommen in Vergessenheit geraten. In der vorliegenden Monographie mit Werkverzeichnis erfährt der Vater und langjährige Meister des bedeutenden Barockbildhauers erstmals eine kritische Würdigung. Mit eigens für diese Publikation angefertigten Fotos vieler bislang vernachlässigter Bildwerke wird ein Künstler der Übergangszeit zwischen Manierismus und Frühbarock vorgestellt, der maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der römischen Plastik um 1600 hatte.


15. Doreen Tesche, Ernst Steinmann und die Gründungsgeschichte der Bibliotheca Hertziana in Rom.

307 Seiten u. 98 Abbildungen. München, Hirmer Verlag  2002. ISBN 3-7774-9020-2, €60,


14. Nicole Riegel, Santa Maria presso San Celso in Mailand. Der Kirchenbau und seine Innendekoration 14301563.

448 Seiten u. 208 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1998. ISBN 3-88462-146-7, €79,20

Ausgezeichnet mit dem Hans-Janssen-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1998


13. Kai Kappel, San Nicola in Bari und seine architektonische Nachfolge. Ein Bautypus des 11.17. Jahrhunderts in Unteritalien und Dalmatien.

400 Seiten u. 471 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1996. ISBN 3-88462-129-7, €111,40


12. Lorenz Enderlein, Die Grablegen des Hauses Anjou in Unteritalien: Totenkult und Monumente 12661343.

258 Seiten u. 155 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1997. ISBN 3-88462-128-9, €48,55


11. Katrin Kalveram, Die Antikensammlung des Kardinals Scipione Borghese.

287 Seiten u. 139 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1995. ISBN 3-88462-116-5, €63,90


10. Johannes Röll, Giovanni Dalmata.

190 Seiten u. 175 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1994. ISBN 3-88462-108-4, €50,10


9. Andreas Lepik, Das Architekturmodell in Italien 13531500.

180 Seiten u. 40 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1994. ISBN 3-88462-104-1, €60,30


8. Helmtrud Köhren-Jansen, Giottos Navicella. Bildtradition, Deutung, Rezeptionsgeschichte.

325 Seiten u. 88 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1993. ISBN 3-88462-103-3, €63,90


7. Kaspar Zollikofer, Berninis Grabmal für Alexander VII. Fiktion und Repräsentation.

141 Seiten u. 62 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1994. ISBN 3-88462-102-5, €50,10


6. Christoph Jobst, Die Planungen Antonios da Sangallo des Jüngeren für die Kirche S. Maria di Loreto in Rom.

173 Seiten u. 113 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1992. ISBN 3-88462-086-X, €48,55


5. Gerda S. Panofsky, Michelangelos »Christus« und sein römischer Auftraggeber.

301 Seiten u. 57 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1991. ISBN 3-88462-072-X, €50,10


4. Christiane Denker Nesselrath, Die Säulenordnungen bei Bramante.

151 Seiten u. 221 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1990. ISBN 3-88462-071-1, €50,10


3. Michaela J. Marek, Ekphrasis und Herrscherallegorie. Antike Bildbeschreibungen im Werk Tizians und Leonardos.

166 Seiten u. 90 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1985. ISBN 3-88462-025-5, €50,10


2. Anna Elisabeth Werdehausen, Bramante und das Kloster S. Ambrogio in Mailand.

170 Seiten u. 166 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1990. ISBN 3-88462-078-9, €50,10


1. Andreas Tönnesmann, Der Palazzo Gondi in Florenz.

IX, 155 Seiten u. 208 Abbildungen. Worms: Wernersche Verlagsgesellschaft, 1983. ISBN 3-88462-023-1, €50,10


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* = vergriffen