"Antike Wunder und eine moderne Königin" – Die Kunstpatronage der Königin Maria Carolina von Neapel-Sizilien (1752–1814) im künstlerischen und kulturellen Austausch zwischen Neapel und Wien

Cigdem Özel, M.A.

Die Regierungszeit von Maria Carolina (1768–1814) fiel mit einer kulturellen Blüte im Königreich Neapel-Sizilien zusammen, das durch die Ausgrabungen in den Vesuvstädten Herculaneum und Pompeji fixes Reiseziel der Grand Tour-Reisenden wurde. Obwohl die Literatur zu Auftraggeberinnen des 18. Jahrhunderts umfangreich ist, gibt es wenige Beiträge, die sich speziell mit ihrer Kunstpatronage auseinandersetzen. Das Dissertationsvorhaben widmet sich Maria Carolinas Kunstaufträgen anhand von drei Objekten beziehungsweise Objektgruppen, die einen engen Konnex zu Wien, Heimatstadt und wichtigster biographischer Bezugspunkt der Königin, aufweisen: dem steinernen Tafelaufsatz mit den Tempeln Paestums im Kunsthistorischen Museum in Wien, den Familienporträts in verschiedenen Gattungen und den Fresken Heinrich Friedrich Fügers in der Bibliothek der Königin in der Reggia di Caserta. Neben Überlegungen zum Entstehungsprozess und zur Rezeption der Werke, soll das in die Anbahnung und Realisierung der Aufträge involvierte Netzwerk rekonstruiert werden. Die ausgewählten Werke sollen als "Beziehungszeichen", Maria Carolinas Rolle als Auftraggeberin und Netzwerkerin in einem familiären und politischen Kontext untersucht werden. Dabei wird zu ergründen sein, inwiefern der Standort Neapel-Sizilien und der Austausch mit Wien im Entscheidungsprozess eine Rolle für die Aufträge spielten und inwiefern Maria Carolinas Kunstpatronage ihr Bild als Königin und das des Königreichs mitprägten.

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