Raumgreifend. Künstlerische Strategien materialästhetischer Konstitution von Raum in Süditalien 1000–1250

Judith Utz, M.A.

Das Dissertationsvorhaben möchte sich auf drei spezifische Objektgruppen des süditalienischen Mittelalters – Exultet, die Barisanus-Türen und palermitanische Goldschmiedeobjekte – konzentrieren und nach Bedingungen und Wirkungen ihrer Materialität fragen. Aktuell gewinnt die Frage nach der Materialität von Objekten in der kunsthistorischen Forschung vermehrt an Bedeutung. Vor allem in Hinblick auf mittelalterliche Objekte, von deren Herstellungs- und Wirkungskontext oft nur wenige schriftliche Quellen erhalten sind, kann der Ansatz, das Material eines Objektes in den Fokus zu stellen, wertvolle Erkenntnisgewinne liefern. Neben technischen, materialsemantischen und materialästhetischen Überlegungen sollen in der Arbeit auch räumliche Aspekte eine bedeutende Rolle spielen, da sie die Materialien erst greif- bzw. erfahrbar werden lassen. Mithilfe von raumtheoretischen Ansätzen sollen deshalb auch sakrale Innenräume, liminale, sowie prozessionale Räume des mittelalterlichen Süditalien untersucht werden. Dabei wird nicht nur die Wirkung des Raumes auf das Material im Fokus stehen, sondern auch die des Materials auf den Raum. Zu fragen wäre etwa, inwiefern die Materialität von Objekten die sie umgebenden – ideellen und realen, politischen und sakralen – Räume beeinflussen und konstituieren konnte.

Zur Redakteursansicht