Identitäten verhandeln. Orientalistische Architektur, Materialität und lokale Praktiken im Italien des 19. Jahrhunderts

Ariane Varela Braga, Ph.D.

Dieses Projekt untersucht die orientalistische Architektur in Italien unter dem Gesichtspunkt ihres Dialogs mit den lokalen architektonischen und handwerklichen Traditionen, ein Aspekt, der bisher noch nicht behandelt wurde. Es fokussiert die expressive Verwendung lokaler Materialien und Praktiken, um zu analysieren, wie sie die orientalistischen Architekturen transformieren und beleben, indem sie ihnen eine "italienische" Besonderheit verleihen, und zwar zu einem Zeitpunkt, der mit Debatten über den nationalen Stil und die Bedeutung der Wiederbelebung traditioneller Industrien und Handwerke zusammenfällt. Spezielles Interesse gilt der Frage, auf welche Weise die architektonische und ornamentale Verwendung von Elementen wie Ziegel, Stuck, Marmor, Mosaik oder Keramik Teil einer Verhandlungsstrategie zwischen der lokalen Ästhetik in ihrer monumentalen oder volkstümlichen Dimension und islamischen Modellen war, die zu einer eigentümlichen Form des architektonischen Orientalismus führte.

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