Kunst und Kosmos. Astronomische Abbildungen der Frühen Neuzeit zwischen Ästhetik und Evidenz

Patricia Pia Bornus, M.A.

Wissenschaftliche Abbildungen werden seit einigen Jahren vermehrt in den Blick kunsthistorischer und bildwissenschaftlicher Forschung genommen. Dabei wird nicht nur ihre Ästhetik untersucht, sondern ebenfalls ihre Rolle in der jeweiligen Publikation und darüber hinaus auch in den "exakten Wissenschaften" ihrer jeweiligen Zeit. Während z.B. Frontispize als Paratexte von Büchern schon vermehrt auf ihre ikonographische und symbolisch-programmatische Bedeutung für das Werk und im Kontext wissenschaftlicher Debatten untersucht wurden, ist die Beschäftigung mit den Abbildungen im Text eine neuere Entwicklung.

Das Dissertationsprojekt setzt an dieser Stelle an und untersucht astronomische Schriften der Frühen Neuzeit auf ihr gesamtes Bildprogramm, wobei Frontispiz, Titelblatt und Abbildungen in ihrem direkten Zusammenhang innerhalb der Publikation und außerhalb dieser, in den wissenschaftlichen Diskursen, analysiert und kontextualisiert werden. Zeitlich werden Werke ab der sogenannten Kopernikanischen Wende bis zur Formulierung der Klassischen Mechanik untersucht. Dabei sind nicht nur wissenschaftsimmanente Debatten von Interesse, sondern ebenfalls die Position der Kirche zu den Entwicklungen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen sowie den vormals metaphysischen Disziplinen. Ziel ist es, die Rolle des Bildes für diese Diskurse herauszustellen, wobei divergente Visualisierungs- und Argumentationsstrukturen ins Auge gefasst werden.

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