Das Aquatische und Fluide als skulpturales Element in der italienischen Kunst

Daniel Becker, M.A.

In der neueren Forschung finden sich vermehrt Ansätze, die die Kunst der Moderne in Hinblick auf ihre Fluidität erfassen. Darunter fällt sowohl ein sozialhistorisches Verständnis von ephemeren Ausprägungen als auch eine materialästhetische und metaphorische Interpretation. Die moderne und zeitgenössische Kunst Italiens bildet hier keine Ausnahme, insbesondere in der raumgreifenden Kunst finden sich diese Formelemente wieder. Eine besondere Stellung nimmt hier allerdings das Wasser und das Fließende als formgebendes Element ein. Das Forschungsprojekt will dementsprechend untersuchen, wie sich diese Sonderstellung kunsthistorisch begründet. Im Unterschied zu einer motivischen Untersuchung des Nautischen oder Maritimen werden hierfür architektonische und skulpturale Werke ab der Neuzeit herangezogen, in denen Wasser als Material eingesetzt wird oder der materielle Umgang mit Wasser, etwa in Form von gießen oder fließen lassen, für die Ausformung der jeweiligen Arbeiten zentral ist. Untersuchungsgegenstände sind dementsprechend Brunnen, Gärten ebenso wie Skulpturen und Güsse. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem darauf, die Rechercheergebnisse nach den neusten Standards der Digitalen Kunstgeschichte/Digital Humanities aufzubereiten. Verfolgt wird dabei keine deduktive Herangehensweise, sondern die methodischen und theoretischen Grundlagen leiten sich von den jeweiligen Anforderungen der künstlerischen Arbeiten her. Dementsprechend wird vor allem die Skulptur- und Architekturanalyse sowie Materialästhetik als Ausgangspunkt verstanden. Allerdings sind ebenso kultur- und technikgeschichtliche Ansätze von Bedeutung, um die Domestizierung des Wassers gegenüber einer rein ästhetischen Interpretation einordnen zu können.

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