Heinrich Wölfflin – Complete Works

Art theory in the years around 1900 explored the foundations of aesthetic production and reception.

Nicola Persheid, Portrait of Heinrich Wölfflin, 1912, Basel, University's Library, Estate HW

The art historian Heinrich Wölfflin (1864–1945) is still today one of the most influential authors worldwide on the subject. On the occasion of the centenary of his Kunstgeschichtliche Grundbegriffe, Wölfflin's complete works are being published under the direction of Tristan Weddigen and Oskar Bätschmann. The fourteen-volume edition will be published with Schwabe over the course of six years. The first two years of the project were financed by a grant from the Swiss National Science Foundation (SNSF). In the following four years, i.e. until 2020, this SNSF editorial project is also supported by the Max Planck Society. The critically annotated edition includes Wölfflin's complete publications and a selection of his unpublished writings. It aims to present the entire scope and discursive context of Wölfflin's rich intellectual achievements, to examine them from today's research perspectives, and to make them available to researchers as print and online publications.

Already published:

Die Jugendwerke des Michelangelo

Die Jugendwerke des Michelangelo

Heinrich Wölfflin Gesammelte Werke, Schriften, Bd. 4

Herausgegeben von Tristan Weddigen und Oskar Bätschmann
Einleitung von Joseph Imorde, Kommentar und Bearbeitung von Karolina Zgraja, unter Mitarbeit von Leonora Kugler und Noemi Bearth

244 Seiten, 13 Abbildungen
Schwabe Verlag: Basel 2020
ISBN: 978-3-7965-3774-5
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Mit einem neuen methodischen Vorgehen verfolgt Heinrich Wölfflin das Ziel, die frühen Werke Michelangelos anhand formanalytischer Kategorien chronologisch und stilistisch zu ordnen. Dabei bestimmt er die Bedeutung der auf Echtheit geprüften Objekte für die spätere Entwicklung des Künstlers. Wölfflin untersucht die Werke hinsichtlich ihres Ausdruckswerts und vermeidet damit ihre biografische und kulturhistorische Verortung. Mit dieser provokativen Studie distanziert sich der junge Autor von der traditionellen Kunstgeschichtsschreibung und positioniert sich in der etablierten Michelangelo-Forschung des ausgehenden 19. Jahrhunderts. An den Jugendwerken des Michelangelo, die an Wölfflins Habilitationsschrift Renaissance und Barock anschliessen, lässt sich die Zeitgebundenheit seines methodischen Vorgehens vor der Folie der Geschichte der Kunstgeschichte ablesen.

Das Werk wird mit einer Einleitung von Joseph Imorde und einem kritischen Kommentar von Karolina Zgraja erstmals wissenschaftlich erschlossen und historiografisch kontextualisiert.

Salomon Geßner

Salomon Geßner

Heinrich Wölfflin Gesammelte Werke, Schriften, Bd. 3 (erscheint im April 2020)

Herausgegeben von Tristan Weddigen und Oskar Bätschmann
Einleitung von Wolfgang Proß, Kommentar und Bearbeitung von Elisabeth-Christine Gamer, unter Mitarbeit von Nora Guggenbühler, Anja Eichelberger und Ilka Glückselig

300 Seiten, 18 Abbildungen
Schwabe Verlag: Basel 2020
ISBN: 978-3-7965-3773-8
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Heinrich Wölfflin veröffentlichte seine Studie Salomon Geßner 1889, nur ein Jahr nach seiner berühmten Habilitationsschrift Renaissance und Barock. Als einzige Monographie mit literaturwissenschaftlichem Schwerpunkt nimmt sie im OEuvre des Kunsthistorikers eine Sonderstellung ein. Wölfflin widmet sich hier dem Zürcher Dichter, Maler und Graphiker der Aufklärung (1730–1788), der schon zu Lebzeiten europaweit Ansehen genoss und als Künstler und Verleger mit Zeitgenossen wie Christoph Martin Wieland, Johann Georg Sulzer, Karl Wilhelm Ramler und Anton Graff verkehrte. Wölfflin beleuchtet die Lebensgeschichte Geßners, kontextualisiert dessen Idyllendichtungen, untersucht ihre literarischen Voraussetzungen und nimmt sprachliche Analysen vor. Hinzu kommt eine kunsthistorische Einordnung des bildkünstlerischen Schaffens Geßners.

Als Teil der neuen kritischen Edition der gesammelten Werke Wölfflins erscheint Salomon Geßner erstmals wieder und mit einer literaturwissenschaftlichen Einleitung von Wolfgang Proß, der eine umfassende Würdigung der Monographie als ein Dokument der transdisziplinären Forschung Wölfflins vornimmt. Überdies bringt Proß die Schrift mit dem zentralen Konzept der Stilgeschichte in Zusammenhang und verortet die Untersuchung in der literaturwissenschaftlichen Forschungsdiskussion des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der kritische Kommentar erschliesst das reiche Quellenmaterial zu Salomon Geßner aus Wölfflins Notiz- und Tagebüchern. Damit leistet die kommentierte Edition einen Beitrag zur fächerübergreifenden Wissenschaftsgeschichte und zur Text-Bild-Forschung.

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