Conques in the Global World. Transferring Knowledge: From Material to Immaterial Heritage

Conques in the Global World. Transferring Knowledge: From Material to Immaterial Heritage

Conques ist eine einzigartige Kulturerbestätte, die herausragende Zeugnisse der visuellen, materiellen und rituellen Kultur vom 9. bis zum 21. Jahrhundert bewahrt. Diesen Reichtum in seiner gesamten geographischen wie zeitlichen Ausdehnung zu erschließen, ist Ziel eines interdisziplinären, von der Europäischen Union geförderten Projekts unter Beteiligung der Bibliotheca Hertziana. 

Conques, eine kleine Gemeinde in Südfrankreich, wird jährlich von tausenden Tourist*innen und Pilger*innen besucht, die von seinem Charme und seiner Spiritualität angezogen werden. Dies steht jedoch in einem auffälligen Kontrast zu dem Mangel an übergreifender wissenschaftlicher Forschung, die Conques in einem globalen Rahmen bearbeitet. Fragen der Datierung und der Rekonstruktion, der Stellenwert von Conques in der Kunstgeschichte und viele weitere Einzelaspekte wurden zwar immer wieder diskutiert, jedoch nie systematisch und ganzheitlich untersucht.
Das CONQUES-Projekt zielt daher darauf ab, die erste durchgreifend interdisziplinäre und integrative Forschung zu diesem Ort durchzuführen, in der die Expertise aus vielen verschiedenen Bereichen (Kunstgeschichte, Geschichte, Anthropologie, Musik- und Theaterwissenschaft, Archäologie, Archäometrie, digitale Technologien und visual studies) zusammengeführt wird. Es macht es sich damit auch zur Aufgabe, einen wissenschaftlichen Diskurs auf das Wissen hin zu öffnen, das sich in der Praxis der Besucher*innen des Ortes zum Teil bis heute manifestiert. Das Forschungsteam, zusammengesetzt aus Expert*innen von sechs europäischen und zwei amerikanischen Institutionen, wird die wichtigsten Etappen der Errichtung von Conques im Mittelalter untersuchen, um so maßgebliche Elemente in der europäischen Kulturentwicklung zu rekonstruieren und die Geschichte der "Neuerfindung" des europäischen Mittelalters im 19. und 20. Jahrhundert umzuschreiben.

Dieses Projekt wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union unter der Marie Skłodowska-Curie-Fördervereinbarung Nr. 101007770 gefördert.
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