Olevano Romano. Misurare un mito - Vermessung eines Mythos / Mostra, giornata di studio, simposio - Ausstellung, Studientag und Symposium

Symposium

  • Beginn: 25.05.2022
  • Ende: 27.05.2022
  • Vortragende(r): Symposium
  • Ort: verschiedene Orte
  • Kontakt: rossi@biblhertz.it
Olevano Romano. Misurare un mito - Vermessung eines Mythos / Mostra, giornata di studio, simposio - Ausstellung, Studientag und Symposium
Vor zweihundert Jahren, um 1820/25 wurde das kleine italienische Bergstädtchen Olevano von den Malern der Romantik entdeckt – und in einen neuartigen Wahrnehmungsraum und mythischen Ort verwandelt.

Vor zweihundert Jahren, um 1820/25 wurde das kleine italienische Bergstädtchen Olevano von den Malern der Romantik entdeckt – und in einen neuartigen Wahrnehmungsraum und mythischen Ort verwandelt.

In Olevano und dem benachbarten Eichenhang der Serpentara manifestierte sich inmitten des Zeitalters der beginnenden Industrialisierung das romantische Narrativ eines aus der Zeit gefallenen ländlichen Italien, in dem sich in den Figurendarstellungen rurale mit biblischen und mythologischen Themen vermischten. Die Nazarener Ludwig Richter und Joseph Anton Koch schufen hier ihre zentralen und romantischen Bilderfindungen – zugleich wurde Olevano aber auch zum frühen Kulminationspunkt der europäischen Ölstudienmalerei: Corot, Heinrich Reinhold, Friedrich Nerly und Ernst Fries haben in der Gegend von Olevano in den 1820er Jahren die Hauptwerke der neuartigen „Plein Air“-Malerei direkt vor der Natur in Öl geschaffen.

Die 1. Olevano-Konferenz der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo und der Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, will den Blick für diese beiden kunsthistorischen Innovationen schärfen, die mit Olevano verbunden sind: also das Ideal einer neuartigen Landschaftsmalerei der Romantik einerseits und das einer unmittelbaren Erfassung der Natur in der Technik der Ölstudie, zwei zentralen Erweiterungen des Terrains der europäischen Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert.

Dabei soll es anders als in der früheren Forschung weniger um die klassischen künstlerbiographischen Ansätze gehen. Im Mittelpunkt sollen vielmehr die Erfindung eines neuartigen künstlerischen Wahrnehmungsraumes stehen, die internationalen Vernetzungen in der Künstlerkolonie der Casa Baldi und die neue Perspektive auf die Landschaft. Daneben soll das Augenmerk auf die die Fragen von nationaler Aneignung und Grenzüberschreitung gerichtet werden – zunächst 1871, nach dem Kauf des Eichenwaldes der Serpentara durch deutsche Künstler in Italien, dann durch die Erwerbung der Casa Baldi durch den deutschen Staat 1939.

Das Tagungsprogramm umfasst neben einem eintägigen Workshop in der Bibliotheca Hertziana (BHMPI) eine gemeinsame Exkursion nach Olevano und in die Serpentara und die Eröffnung einer Ausstellung mit Werken aus Olevano von 1820 bis 2021 aus deutschen und internationalen Sammlungen, die in der Galerie der Villa Massimo zu sehen sein wird.

 

Veranstaltungsorte und Programm / Luoghi della manifestazione e programma

25.05. Villa Massimo, Rom: Deutsche Akademie Rom Villa Massimo, Largo di Villa Massimo 1-2, 00161 Rom
Ausstellungseröffnung in der Galerie der Villa Massimo / Inaugurazione della mostra nella galleria di Villa Massimo

26.05. Casa Baldi und Serpentara, Olevano Romano: Casa Baldi, Via XXIV Maggio 20, 00035 Olevano Romano
Studientag in Olevano Romano / Giornata di studio a Olevano Romano

27.05. Bibliotheca Hertziana - MPI für Kunstgeschichte: Villino Stroganoff, Via Gregoriana 22, 00187 Rom
Symposium in der Bibliotheca Hertziana - Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte / Simposio alla Bibltiotheca Hertziana - Istituto Max Planck per la storia dell'arte

 

PROGRAMM des 27. Mai 2022

Vormittag          

9.15       Begrüßung        

Moderation: Tanja Michalsky

Neue Bildräume

9.30 – 10.00       Michael Thimann:  Baum und Bäume. Naturerkundungen von Horny bis Preller

10.00 –10:30      Klara von Lindern: Portraits einer Landschaft

Gezeichnete Darstellungen Olevanos zwischen physiognomischer Landschaftswiedergabe und Idealisierung im Gattungsdiskurs um 1800

10.30 – 11:00     Martin Dönike: Olevano. Die Erfindung eines neuartigen künstlerischen Wahrnehmungsraums (auch) in literarischer Perspektive? Das Beispiel Wilhelm Waiblinger

11.00 – 11:30    Pause   

Moderation: Florian Illies

Deutsches Olevano? Aneignung und Übergriffigkeit

11:30 – 12.00     Golo Maurer: Stadtflucht und Landnahme. Olevano zwischen Malerkolonie und Kolonialmalerei             

12:00 – 12:30     Elena Marchetti: Olevano tedesca, Olevano universale. Uno sguardo sul punto di vista italiano

Mittagspause

Nachmittag   

Moderation: Julia Draganović    

Sehen, Malen, Träumen

14:00 – 14.30     Amelie Baader: Die Flexibilität des Blicks und die künstlerische Wahrnehmung in der Bewegung am Beispiel Olevanos zu Beginn des 19. Jahrhunderts  

14:30 – 15.00     Claudia Denk, Thomas von Taschitzki: Malen aus der Bewegung. Friedrich Nerly in Olevano        

15.00 – 15:30     Jan Gorm Madsen: On Danish Painters Going to Olevano Romano. The Dream of Italy and the Reality of a New Danish School

Pause   

 

Moderation: Golo Maurer    

Mythos, Topos, Klischee

16.00 – 16.30     Angela Windholz: Olevano und die Ikonografie der „Briganti“    

16.30 – 17.00     Florian Illies: Das Ende der deutschen Romantik. Wie Olevano vom mythischen Ort zum Staatsgebiet wird

Moderation: Tanja Michalsky
17.00 – 18.00     Abschlussdiskussion

 

Weitere Informationen zum Programm werden sobald wie möglich bekannt gegeben.

 

Wissenschaftliche Organisation: Julia Draganovic, Florian Illies, Tanja Michalsky, Golo Maurer

 

 

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