Stabile Bilder der Instabilität: Architektur in den Veduten des Largo di Palazzo, 1707–1848
Linda Stagni, Ph.D.
Diese Forschungsarbeit untersucht visuelle Darstellungen des Largo di Palazzo in Neapel (1707–1848) als Manifestationen eines aktiven politischen, sozialen, kulturellen, wissenschaftlichen und ökologischen Kontexts der Instabilität. Sie befasst sich mit der Art und Weise, wie der architektonische Hintergrund des Largo di Palazzo in den Darstellungen so behandelt wurde, dass er Vorstellungen von Stabilität vermitteln konnte. Das Projekt untersucht etwa fünfzig Veduten – Stadtansichten, die von verschiedenen Künstlern im Auftrag unterschiedlicher Behörden und für unterschiedliche Zwecke geschaffen wurden –, um zu ergründen, wie und zu welchem Zweck diese Stabilität in architektonischen Darstellungen konstruiert wird. Stadtbilder dienen seit langem als Instrumente, die politische Strukturen kodifizieren, normalisieren und verbreiten und letztlich Stabilität bekräftigen können. Dieses Projekt zielt darauf ab, diese These weiter auszubauen und auf einen vielfältigeren Kontext anzuwenden: ein instabiles bourbonisches Neapel, das in einer Zeit tiefgreifender kultureller Umbrüche globalen geopolitischen Veränderungen ausgesetzt war.
Indem ich die Darstellungen des Largo di Palazzo durch die Linse der neapolitanischen Instabilität betrachte, ist es mein Ziel, die komplexe Kodifizierung des städtischen Raums zu untersuchen, wie sie durch die aufblühende visuelle Kultur der Veduten repräsentiert wird. Mithilfe digitaler Werkzeuge werden die Veduten mit ausgewählten Ereignissen und den physischen Veränderungen des Largo di Palazzo verglichen.