Città turrite. Eine bildwissenschaftlich-raumsoziologische Studie zum Phänomen der (italienischen) Turmstädte

Gian Marco Hölk, M.A.

Im 11. Jahrhundert, parallel zum Aufkommen der freien Kommunen, entstand mit dem Bau von sog. Geschlechtertürmen eine urbane Typologie, die bald schon den gesamten oberitalienischen Raum prägen sollte. Das wohl bekannteste Beispiel, das in seiner kondensierten, mittelalterlichen Gestalt noch Zeugnis von dieser Baukultur ablegt, ist die toskanische Stadt San Gimignano. Ihre 15 noch erhaltenen Geschlechtertürme (von ursprünglich 72) bestimmen bis heute markant ihr Panorama. Auch in Bologna, Rom, Pavia, Florenz und vielen anderen Städten finden sich von ehemals weit über hunderten dieser Türme noch zahlreiche Beispiele, von denen jedoch viele – ebenso wie andernorts – gekürzt oder in neuere Gebäude inkorporiert worden sind. Obwohl davon ausgegangen werden muss, dass es sich bei jeder größeren Kommune Oberitaliens im Mittelalter um eine solche ‚Turmstadt‘ handelte, hat die Forschung diesem städtebaulichen Phänomen bisher nur wenig Beachtung geschenkt. Das Dissertationsprojekt widmet sich eben jenen italienischen Städten, in denen eine Häufung von (privaten) Turmbauten nachweisbar ist, vergleicht exemplarisch verschiedene dieser Stadträume und setzt sie miteinander in Bezug. Die Untersuchung konzentriert sich dabei auf das Stadtbild in seinen drei ‚Aggregatzuständen‘: grafisch, gebaut und imaginiert. Die Analyse der unterschiedlichen Bildformen, in denen die ‚Turmstadt‘ repräsentiert ist, soll neue Perspektiven auf dieses Phänomen eröffnen.

 

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