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Prof. Dr. Sietske Fransen

Forschungsgruppenleiterin

Forschungsinteressen

  • Geschichte und Philosophie der Wissenschaft und Medizin in der Frühen Neuzeit
  • Bildherstellung als Wissensproduktion
  • Visuelle und materielle Kultur
  • Medienwissenschaft
  • Diagramme in der Wissenschaftsgeschichte

Forschungsprojekte

Collaborative Vision: Depicting Microscopic Observations
Translating Medicine in the Premodern World
The Alphabet of Nature: Languages, Science, and Translation in Early Modern Europe

Vita

Sietske Fransen leitet die Max-Planck-Forschungsgruppe „Visualizing Science in Media Revolutions“ an der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte. Seit Februar 2026 ist sie zudem Inhaberin einer Stiftungsprofessur (gestiftet von der Louise Thijssen-Schoute Stichting) für die Ideengeschichte Europas in der Frühen Neuzeit an der Radboud-Universität (Nijmegen, Niederlande).

Als Mitinitiatorin und – seit Oktober 2021 – als Co-Investigator (derzeit zudem Interims-Projektleiterin) ist Fransen am Projekt „Visualizing the Unknown: Scientific Observation, Representation, and Communication in 17th-century Science and Society“ beteiligt, das vom Niederländischen Forschungsrat (NWO, Fördernr. 406.20.FR.012) gefördert wird. In diesem Projekt untersucht das interdisziplinäre Team die frühneuzeitliche visuelle und materielle Kultur der Mikroskopie sowie die fließenden Grenzen zwischen Wissenschaft und Kunst in dieser Epoche.

Nach einem Studium der Biologie und der Mittelalterstudien an der Universität Utrecht erwarb Fransen ihren MA-Abschluss sowie ihren Doktortitel (PhD) am Warburg Institute in London. Ihre Dissertation trägt den Titel Exchange of Knowledge Through Translation: Jan Baptista van Helmont and His Editors and Translators in the Seventeenth Century (2014). Als Postdoktorandin war sie zunächst am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin (2014–2015) und anschließend an der Universität Cambridge (2015–2019) tätig, wo sie am Projekt Making Visible: the visual and graphic practices of the early Royal Society arbeitete. Sie war zudem Stipendiatin an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, am Descartes Center in Utrecht, am Forschungszentrum der Universität Erfurt in Gotha sowie am Huygens-Institut (KNAW) in Amsterdam.

Fransen hat zahlreiche Publikationen zu den Themen Sprache und Übersetzung im Europa des 17. Jahrhunderts sowie zur Rolle von Bildern in der Wissensproduktion veröffentlicht. Sie hat sich zudem intensiv mit dem niederländischen Mikroskopist des 17. Jahrhunderts, Antoni van Leeuwenhoek, und dessen Einsatz visueller Kommunikation im Rahmen seiner wissenschaftlichen Praxis befasst Darüber hinaus erforscht sie die Geschichte der mikroskopischen Beobachtung als Fallstudie zur Geschichte wissenschaftlicher Praxis. Aufgrund ihrer Expertise im Bereich wissenschaftlicher Diagramme war sie als wissenschaftliche Beraterin an der Ausstellung „Diagrams: a project by AMO/OMA“ der Fondazione Prada (Venedig, 2025) beteiligt.

Derzeit erforscht Sietske Fransen die Rolle der Bildherstellung – insbesondere des Zeichnens – als aktiven Bestandteil der wissenschaftlichen Praxis vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Neben der visuellen und textlichen Analyse nutzt sie zudem die Methodik der historischen Nachstellung (re-enactment), um Praktiken des Beobachtens und Zeichnens besser zu verstehen. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei den vielfältigen Formen der Zusammenarbeit, die diesen Praktiken zugrunde liegen. Dazu zählen etwa die Kooperationen zwischen Kunstschaffenden und Wissenschaftler:innen, die Mitwirkung von Werkstatt- und Laborassistent:innen sowie die Beiträge von Frauen und anderen Familienangehörigen. Dieses Interesse an der Geschichte der Zusammenarbeit entwickelte sich aus Fransens eigener kollaborativer Arbeit in verschiedenen Projekten, an denen sie mitgewirkt hat oder die sie aktuell leitet.

Publikationen

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