Importkeramik in italienischen Seestädten: Handelswege, Wiederverwendung, Rezeptionskontexte (11.–13. Jh.)

Francesco De Naro Papa, M.A.

Hochmittelalterliche Grabungsfunde aus Hafenstädten wie Pisa, Genua, Amalfi und Venedig belegen, dass dort Keramikobjekte aus dem ganzen Mittelmeerraum gehandelt und zu Tisch verwendet wurden. Seit dem 11. Jahrhundert wurde das Luxusgeschirr zudem in monumentalen Kontexten wiederverwendet – etwa als an Kirchenfassaden angebrachte bacini oder als Material für Einlegearbeiten in Form von Fragmenten. Das Dissertationsvorhaben widmet sich dem Import, der Verwendung und der Wiederverwendung von Keramikobjekten in den italienischen Seestädten zwischen 11. und 13. Jahrhundert. Der verfolgte Ansatz erweitert die Perspektiven auf diesen Gegenstandsbereich über die bestehenden archäologischen Analysen hinaus durch kunsthistorische, wirtschaftshistorische sowie transkulturelle Fragestellungen. Anhand ausgewählter Schriftquellen, Keramikfunde und Bauwerke untersucht die Arbeit Handelsnetzwerke und deren materielle Repräsentation, künstlerische Recyclings- und Aneignungsprozesse sowie die Wahrnehmung und Deutung der Importstücke in ihren neuen künstlerischen und soziokulturellen Kontexten.

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