Field School

Field School Palermo, 2018

La Bibliotheca Hertziana offre regolarmente corsi di studio di storia dell'arte (Field Schools) e, in collaborazione con altri istituti di ricerca, corsi di studio interdisciplinari per dottorandi e postdoc. Argomenti selezionati e ambiti tematici inerenti vengono trattati direttamente in loco. I corsi di studio sono pubblicizzati attraverso i canali di informazione dell'Istituto e le newsletter specializzate.

Prossima Field School

Valencia – Spanische Kunstgeschichte im europäischen Maßstab
23.–27. September 2019

Anton van den Wyngaerde, Valenciae, 1563. Vienna, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. Min. 41, fol. 1

Der Studienkurs der Bibliotheca Hertziana widmet sich in diesem Jahr erstmalig einer Stadt außerhalb Italiens. Valencia, heute die drittgrößte Metropole Spaniens und ehemals Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs, war im Spätmittelalter politisch und kulturell eng mit der italienischen Halbinsel verbunden; insbesondere mit Rom, mit Florenz, und nicht zuletzt mit dem von den aragonesischen Königen regierten Neapel. Im 15. Jahrhundert war das westliche Mittelmeer kurzzeitig sogar zu einer Art Binnengewässer der Krone von Aragon geworden. Doch schon zuvor waren die Beziehungen zwischen der iberischen und der italienischen Halbinsel so intensiv, dass sich beide Seiten kaum unabhängig voneinander untersuchen lassen. Von diesen Verflechtungen ausgehend untersucht der Kurs auf synchroner Ebene kulturelle Transformationen und Übersetzungen. Komplementär dazu werden in diachroner Perspektive ausgewählte Orte der Stadt in ihrer historischen Schichtung und Überschreibung bis in die Gegenwart analysiert. Querschnitte und Tiefenbohrungen sollen sich also ergänzen. Das Studium einzelner Objekte steht dabei gleichberechtigt neben dem Interesse am Stadtraum selbst, dessen geographische, historische und soziale Gestalt und Gestaltung wir verstehen wollen.

Aufgrund der Dominanz der Kunstgeschichte Italiens für die Methoden- und Kanonbildung des Faches hat die Kunstgeschichte Spaniens lange Zeit nur hinsichtlich ihrer Relevanz für die italienische Kunst international Würdigung erfahren. Zumeist wurden beide Kulturräume unabhängig voneinander bearbeitet. Komparatistische und transnationale Ansätze sind hingegen oft mit dem Problem konfrontiert, dass ihr Untersuchungsgegenstand an einem Maßstab gemessen wird, der aus dem Denkmalbestand anderer Kunstregionen entwickelt wurde. So entstehen Deutungsabhängigkeiten und implizite Wertungen, die oft nicht mit der Wahrnehmung historischer Akteure übereinstimmen. Wenn z.B. ein Bauwerk als "noch gotisch" oder "spätgotisch" bezeichnet wird, erscheint es in zweifacher Weise als unzureichend, nämlich als zugleich von der französischen Gotik abgeleitet und der italienischen Renaissance hinterherhinkend. Um diesem Dilemma methodisch zu begegnen, erproben wir im Rahmen des Studienkurses das Konzept der "Skalierung" (scaling). Das Wechselspiel der Untersuchungseinstellungen ("jeux d'echelles") und die Veränderung des Untersuchungsmaßstabs – von Mikro nach Makro, von Lokal nach Global, von Formanalyse zur Stadtforschung – soll es ermöglichen, eingefahrene Deutungsmuster als solche zu identifizieren und aufzubrechen. Ziel ist es, Valencia in seiner lokalen Spezifik und Alterität zu verstehen, ohne dabei den Blick für das transregionale Anspruchsniveau zu verlieren, das die Stadt und seine Kunst definiert.

Das Spektrum der vor Ort untersuchten Objekte reicht von den historischen Schichtungen des Stadtzentrums seit der Antike über frühneuzeitliche Repräsentationsbauten wie der Lonja de la Seda, bis hin zu postmodernen Großprojekten wie Calatravas Ciutat de les Arts i les Ciències. Ein grundlegendes Motiv der Geschichtsschreibung Valencias, nämlich die allmähliche Transformation des ehemals muslimisch geprägten Stadtbilds in eine christliche Idealstadt soll dabei ebenso kritisch reflektiert werden wie der Umgang und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit im Stadtraum und an dessen Grenzen. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang auch die religiösen Institutionen wie die Klöster Santo Domingo oder San Miguel de los Reyes mit ihrer engen Bindung an das Königshaus. Untersucht werden einerseits Knotenpunkte der Stadt, wie die Kathedrale und ihre Inszenierung durch die Gestaltung der sie umgebenden Plätze. Andererseits soll die Aufmerksamkeit transversalen Phänomenen gelten, die an verschiedenen Orten sichtbar werden. Dies gilt z.B. für die Ästhetik der neuen Baukunst um 1400 ("valencianische Spätgotik"), die Typologie und Funktion des Altarbildes in Valencia, oder der Rolle von Materialikonografie und -ästhetik.

Hier geht es zur aktuellen Ausschreibung: Studienkurs 2019 Valencia


Field School passate (da 2001)

2019

Ge-Schichten Buch Neapel
Gemeinsamer Studienkurs der Bibliotheca Hertziana, des Deutschen Archäologischen Instituts und des Deutschen Historischen Instituts in Rom (01. –07. April 2019)

2018

Palermo
Coexistence in Flux – Art and Architecture in Palermo, Middle Ages to Manifesta

Concept and scientific organization: Prof. Dr. Tristan Weddigen, Prof. Dr. Julia Gelshorn, Maria Bremer Ph.D., David Zagoury Ph.D. (October 28–31, 2018)

2017

Knotenpunkte und Netzwerke Neapels – Tiefenbohrungen in einer 'porösen' Stadt
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Tanja Michalsky unter Mitarbeit von Dr. Elisabetta Scirocco (16.–22. Oktober 2017)

Rom als Palimpsest
Gemeinsamer Studienkurs der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, des Deutschen Archäologischen Instituts und des Deutschen Historischen Instituts in Rom (03.–09. April 2017)

2016

Himmelsphantasien. Römische Deckenmalerei des Barock
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Sybille Ebert-Schifferer unter Mitarbeit von Dr. Stefan Albl und Prof. Tod Marder (18.–24. September 2016)

2015

Rom im 13. Jahrhundert. Ästhetische, politische und räumliche Ordnungen
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Tanja Michalsky und Dr. Friederike Wille (27. September – 04. Oktober 2015)

2014

Villen und Landsitze des 16. Jahrhunderts in Oberitalien: Architektur und Wandmalerei
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Julian Kliemann und Jun.-Prof. Dr. des. Jens Niebaum (05.–12. Oktober 2014)

2013

Bauen für das 21. Jahrhundert. Neue Architektur in Rom
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Elisabeth Kieven und Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier (30. September–06. Oktober 2013)

2012

Wegen des Umzugs von Fotothek und Bibliothek ist der Studienkurs 2012 leider entfallen.

2011

Frührenaissance in Padua 1300–1500
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Sybille Ebert-Schifferer und Prof. Dr. Noberto Gramaccini (15.–24. September 2011)

2010

Rinascimento: Die Wiedergeburt der römischen Bildkünste im Quattrocento
unter der Leitung von Prof. Dr. Sybille Ebert-Schifferer und Prof. Dr. Noberto Gramaccini (16.–25. September 2010)

2009

Die Kunstpatronage der Farnese zur Zeit Papst Pauls III. und Kardinal Alessandro Farneses (1534–1589)
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Georg Satzinger, Prof. Dr. Julian Kliemann und Dr. Christina Riebesell (01.–10. Oktober 2009)

2008

Zwischen Frankreich und Antike. Architektur und Skulptur des 13. und 14. Jahrhunderts in Süditalien
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Kurmann (25. September–03. Oktober 2008)

2007

Gotische Architektur in Italien und ihre Ausstattung. Mit einem Exkurs zur Frage Borromini und die Gotik
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Kurmann (04.–13. Oktober 2007)

2006

Vom Manierismus über die Reform zur virtuosen Quadratura. Malerei in Bologna von der Mitte des 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Sybille Ebert-Schifferer (17.–27. September 2006)

2005

Vom Colosseo zum Colosseo Quadrato. Römische Urbanistik 1870–1943 mit einem Exkurs zu Richard Meiers Ara Pacis
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Elisabeth Kieven (08.–18. September 2005)

2004

Filippo Juvarra (Messina 1678–Madrid 1736) – Bauten und Projekte in Rom und Turin
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Elisabeth Kieven (23. September–03. Oktober 2004)

2003

"Maniera ignobile" e "bella maniera". Malerei in Neapel von Caravaggio bis Solimena
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Sybille Ebert-Schifferer, Prof. Dr. Wolfgang Prohaska, Prof. Dr. Christof Thoenes und PD Dr. Sebastian Schütze (24. September–04. Oktober 2003)

2002

Barocker Klassizismus in Malerei und Skulptur des römischen Seicento
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Sybille Ebert-Schifferer (15.–26. September 2002)

2001

Die Villa als Ort 'repräsentativer Öffentlichkeit'. Formen, Funktionen und Intentionen römischer Villenbauten vom Humanismus bis zur Aufklärung
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Elisabeth Kieven, PD Dr. Sebastian Schütze und Dr. Fritz-Eugen Keller (20.–29. September 2001)

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