Rome Contemporary

Die von der Abteilung Weddigen gestartete Forschungsinitiative Rome Contemporary schlägt vor, den bedeutenden Beitrag der römischen Kunstszene zur Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts neu zu evaluieren.

Performance, "I want to say something", Performerinnen: Denise Hasler und Martina-Sofie Wildberger, 05. April 2018, Rom

Der allgemeinen Annahme entgegenwirkend, dass die Stadt seit dem Ende des Ancien Régime ihre weitreichende Bedeutung im Kunstfeld eingebüßt hätte, lädt die Initiative dazu ein, die impliziten Hierarchien zu überprüfen, die die Historiografie moderner und zeitgenössischer Kunst im Westen prägen.

In Rom entstandene künstlerische und kulturelle Produktionen aus den Bereichen bildende Kunst, Theater, Film und Architektur sollen im Hinblick auf ihre Verflechtung mit internationalen Debatten untersucht werden. Die Identifizierung der jeweiligen Referenzrahmen dieser Produktionen ermöglicht es, den Gegenwartsbezug der römischen Kunst- und Kulturszene zu verdeutlichen. Dabei geht Rome Contemporary gegen den Strich moderner und zeitgenössischer Topoi der Deterritorialisierung vor. In Abgrenzung von dem historiographischen Trend zur Vereinheitlichung, der durch die Zunahme globaler Perspektiven Verbreitung findet, zielt die Initiative darauf ab, mit der historischen und räumlichen Situiertheit ihrer Gegenstände die heteronome Bestimmung künstlerischer und kultureller Idiome zu betonen. Es geht darum, erstens, das städtische Gefüge, jener unverwechselbare Palimpsest stratifizierter Geschichte als Koordinatensystem aufzustellen; zweitens, die sozialen, politischen, kulturellen und institutionellen Bedingungen der Stadt als Faktoren kunsthistorischer Dynamiken wahrzunehmen; drittens, die zum Tragen kommenden Netzwerke und Denkkollektive zu rekonstruieren.

Performance, "I want to say something", Beteiligte: Tobias Bienz, Denise Hasler und Martina-Sofie Wildberger, 05. April 2018, Rom

Im Rahmen der Initiative wird ein breites thematisches Spektrum verhandelt, darunter künstlerische und Ausstellungspraktiken, Kunstkritik und Publizistik; Kunstkollektive und Kollaborationen; öffentliche und private Sammlungen; der Kunstmarkt; Institutionsgeschichte; Geschichte des faschistischen Regimes und seine Erinnerung; Geschichte und Auswirkungen von Kolonialismus, Kriegen und Migrationen; Urbanismus und öffentlicher Raum; Terrorismus; Italian Theory; Feminismus; Ökologie; die Übergänge vom Fordismus zum Postfordismus und die Auswirkungen der Globalisierung auf die Kunstproduktion; Konzepte und Methoden der Historisierung.

Mit ihrem Fokus auf der zeitgenössischen Dimension der römischen Kunstszene im 20. und 21. Jahrhundert dient Rome Contemporary als Forschungsplattform und verbindet lokale und internationale Perspektiven auf die Stadt durch folgende Formate:

  • ein wissenschaftliches Programm, das neben den individuellen Forschungsprojekten der Mitarbeitenden auch Vorträge, Workshops, Lesegruppen sowie Seminare am Institut und in situ umfasst;
  • eine in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich zu entwickelnde digitale Initiative, die bislang unerforschte oder gefährdete kunsthistorische Text-, Bild-, Ton- und Video-Materialien nach neuen Standards archivieren und der Forschung zur Verfügung stellen wird;
  • ein Programm künstlerischer Interventionen, das die Räumlichkeiten und Bestände des Instituts transdisziplinär kontextualisiert und umdeutet.

Events

Museo dell'Altro e dell'Altrove di Metropoliz_Città Meticcia

Giorgio de Finis e Carlo Gori
10.02.2018 12:00
Villino Stroganoff, Via Gregoriana 22, 00187 Rom

Speaking Bodies? Recoding Language in Women's Art Practices - From Present to Postwar Italy

05.04.2018 18:00
Villino Stroganoff, Via Gregoriana 22, 00187 Rom

Time is Out of Joint

Marcella Cossu
07.04.2018 13:00 - 15:00
Villino Stroganoff, Via Gregoriana 22, 00187 Rom

Memorie del fascismo nell'arte contemporanea a Roma: Fabio Mauri e Giosetta Fioroni intorno al 1970

Laura Iamurri
23.05.2018 13:00
Villino Stroganoff, Via Gregoriana 22, 00187 Rom

Legare, misurare, attraversare - Un'ipotesi di risignificazione dello spazio espositivo nella Roma degli anni Settanta

Luigia Lonardelli
23.10.2018 13:00 - 15:00
Villino Stroganoff, Via Gregoriana 22, 00187 Rom

The Worker, the Monster and the Ancient Gods. "Operaismo", "Autonomia" and the Depiction of Revolutionaries

Jacopo Galimberti
04.12.2018 12:00 - 14:00
Villino Stroganoff, Via Gregoriana 22, 00187 Rom

Exhibiting (and) History

06.12.2018 10:00 - 07.12.2018 18:00
Villino Stroganoff, Via Gregoriana 22, 00187 Rom

From Piranesi to Contemporary Art. Visit to the workshop and to the archive of the Istituto Centrale per la Grafica

Christoph Keller
14.02.2019 11:30
Villino Stroganoff, Via Gregoriana 22, 00187 Rom
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