Nachlass Hanno-Walter Kruft

Francesco Laurana, Madonna della Grazia, 1472, Palazzolo Acreide, Santa Maria della Grazia

Der Kunsthistoriker Hanno-Walter Kruft (1938–1993) studierte in Bonn und wurde dort 1964 mit einer Untersuchung zu Altichiero und Avanzo bei Herbert von Einem promoviert. Nach seiner Habilitation lehrte er ab 1972 zunächst an der TU Darmstadt, dann ab 1985 an der Universität Augsburg. Schwerpunkte seiner breiten Forschungsinteressen waren die Skulptur in Süditalien, insbesondere der Gagini und Francesco Lauranas sowie die Geschichte des Architekturtraktats im 16. und 17. Jahrhundert und die Architektur des 20. Jahrhunderts. Der 1994 übernommene fotografische Nachlass besteht aus ca. 7.500 Schwarz-Weiß-Fotografien und knapp 6.000 Schwarz-Weiß-Kleinbildnegativen zur Architektur und Skulptur Italiens (vorwiegend Süditalien), aber auch anderer Länder (Großbritannien, Türkei, Israels, Dominikanische Republik usw.), die Kruft für seine Studien angefertigt hat. Dank der Forschungen im Rahmen der Erstedition der Tagebücher von Ferdinand Gregorovius und dessen Reisetätigkeit ist zudem die fast vollständige fotografische Dokumentation der größenteils unveröffentlichten acht Reise-Skizzenhefte der Bayerischen Staatsbibliothek München (ca. 350 Aufnahmen) Bestandteil des Nachlasses.

Hinweis: Der schriftliche Nachlass befindet sich in der Universität Augsburg.

Auswahlbibliografie: Domenico Gagini und seine Werkstatt, München 1972; Antonello Gagini und seine Söhne, München 1980; Geschichte der Architekturtheorie. Von der Antike bis zur Gegenwart, München 1985; Francesco Laurana. Ein Bildhauer der Frührenaissance, München 1995.

Nachrufe: Bruno Bushart in Zeitschrift für Kunstgeschichte, 56 (1993), S. 597–600; Julian Gardner in Burlington Magazine, 135 (1993), S. 829. Willibald Sauerländer in Jahrbuch/Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1994,
Nachruf (PDF) (Stand 23.11.2018).

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