Ringvorlesung: "Entangled Art History" Objekte-Narrative-Diskurse

  • Die Veranstaltung findet in Salzburg (A) statt
  • Inizio: 06.10.2021 17:15
  • Fine: 26.01.2022 17:15
  • Relatore: Ringlesung
  • Contatto: eva.wiegert@plus.ac.at
Ringvorlesung: "Entangled Art History" Objekte-Narrative-Diskurse
Der Anspruch, die Kunstgeschichte global zu erweitern, stellt das Fach seit geraumer Zeit in methodischer, inhaltlicher und institutioneller Hinsicht vor große Herausforderungen. Dies tritt etwa mit Blick auf die Öffnung des Gegenstandsbereichs auf außereuropäische Objekte deutlich zutage. Im Zuge dieses Prozesses gilt es, sich folgendem Fragenhorizont zu stellen: Inwiefern ist das an mitteleuropäischen Artefakten erprobte Methoden- und Theorienrepertoire einer global ausgeweiteten Kunstgeschichte noch dienlich? Wie kann die Kunstgeschichtsschreibung vermeiden, vermeintlich längst überwundene koloniale Rhetoriken und Strategien zu reaktivieren? Auf welche Weise lässt sich ästhetische Alterität erfassen, ohne „Andersartigkeit“ zugleich kategorisch festzuschreiben?

Diese und viele weitere Fragen sollen in der Ringvorlesung anhand von Objektstudien aufgegriffen werden. Ihnen liegt die These zugrunde, dass Artefakte und ihre Objektbiografien von globalen Verflechtungsgeschichten zeugen, also in ihren je spezifischen Darstellungs-, Produktions-, Distributions- und Rezeptionsweisen zugänglich werden. Ein zentrales Anliegen der Vorlesung ist es, den in und an den künstlerischen Objekten ausgehandelten und mit ihnen präsent gehaltenen transkulturellen Begegnungen nachzugehen.

Die verbindende Denkfigur der Vorträge bildet das Konzept der Entangled History. Der Ansatz wurde in den 1980er Jahren von postkolonialen Strömungen in der Sozialanthropologie formuliert, doch schon bald interdisziplinär breiter rezipiert. Entanglements beschreiben transkulturelle Beziehungsgeflechte, mit denen stattmonolithischer Geschichtslinien dynamische Austauschprozesse zwischen verschiedenen Weltregionen in den Blick geraten. Auf das Gebiet der Kunstgeschichte übertragen, lassen sich künstlerische Objekte als Indikatoren verstehen, die kulturelle Begegnungen indizieren und ihre Aushandlung erfahrbar machen – sei es durch verwendete Formen, Materialien, Techniken und Motive oder auch durch personelle und ideelle Begegnungen. In diesem Kontext stellt sich ferner die Frage, welche Möglichkeiten und Grenzen sich für die museale Präsentation dieser Objekte ergeben.

Mit der Ringvorlesung Entangled Art Histories. Objekte – Narrative – Diskurse wird der neue Schwerpunkt der transkulturellen Kunstgeschichte an der Abteilung Kunstgeschichte der Paris-Lodron-Universität Salzburg weiter auf- und ausgebaut. Ziel ist es nicht zuletzt, aktuelle Positionen zur objektbasierten transkulturellen Forschung in Österreich und darüber hinaus zu vernetzen und aufeinander bezogen zu diskutieren.

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