Alessandro Baratta, Fidelissimae urbis Neapolitanae cum onmibus viis accurata et nova delineatio, Neapel 1670, digital annotierter Plan, DOI: https://doi.org/10.48431/maps.napoli.baratta (Detail)

Editing Naples

Im Rahmen des Projekts Editing Naples werden historische Karten und Ansichten von Neapel digitalisiert und mit den Angaben aus der entsprechenden Legende digital annotiert. Die topographischen Informationen der gedruckten Legende können direkt bei der Berührung des Objekts mit dem Cursor abgerufen werden.

Alternativ sind die Objekte auf der links einzublendenden digitalen Legende zu finden. Optional kann die an Funktionen der Objekte ausgerichtete Einfärbung der Monumente zu- oder abgeschaltet werden – dementsprechend ist die Information aus der Legende sichtbar oder verborgen. Die Zoomfunktion ermöglicht es, die Details der Karten und Ansichten besser zu erkennen, und dadurch, dass man den Ausschnitt aus der gesamten Ansicht selbst wählt und auch wählen muss, verliert man den Kontext nicht aus den Augen, dem die Objekte des Bildes angehören. Ziel ist es, die Gesamtansicht in ihrer Komposition und zugleich aus den vielen Details zu verstehen, die sich gegenseitig informieren und nur im Zusammenspiel ihre Wirkung entfalten. Neuen Erkenntnisgewinn bietet diese digitale Aufbereitung historischer Karten durch die Distanzierung vom historischen Druckerzeugnis, um durch das digitale Medium eine andere, selbstverständlich interessensgeleitete Betrachtung des Ganzen und seiner Details zu befördern, wie sie im gedruckten Ausschnitt gar nicht, aber auch im Original kaum möglich ist.

Schon im Titel erklärt dieser erste in Kupfer gestochene Plan Neapels seinen Anspruch eine „höchst wahre Abbildung“ der Stadt zu sein.
Der von Étienne Du Perac gestochene und von Antoine Lafréry gedruckte Plan setze sich gegenüber seinem Vorgänger (Theti 1560) wegen seiner annähernd maßstabsgetreuen Darstellung und nicht zuletzt wegen seiner ästhetisch attraktiven Aufbereitung durch.
Die atmosphärische Zeichnung des Niederländers Jan van Stinemolen, die Neapel ungewöhnlicherweise von Nordosten (also vom Land) aus zeigt, verbindet hohe topographische Detailgenauigkeit mit suggestiven Effekten der Landschaftsmalerei.
Alessandro Barattas Plan kennzeichnet der prominente Titel, eine besonders detaillierte Ausgestaltung der einzelnen Gebäude und ausführliche Paratexte
Modernen Karten am nächsten ist der mit größtem technischen Aufwand vermessene Plan des Duca di Noja, der auf Axonometrie und jede Form von Ansichtigkeit vollständig verzichtet und Stadt und Umland in einer Orthogonalprojektion zeigt, die bis zu den Grundrissen einzelner Gebäude vordringt.
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