Roberto Sigismondi

Palermo, Cantieri Culturali alla Zisa, Centro Sperimentale di Cinematografia

Roberto Sigismondi (geb. 1952) begann nach einem Studium der Anthropologie, Kunst und Literatur seine Tätigkeit als Fotograf unter Anleitung von Max Hutzel. Von 1977 bis 1984 realisierte Sigismondi für Zeitschriften und staatliche Einrichtungen wie die Presidenza del Consiglio dei Ministri und die italienische Tourismusbehörde Fotoreportagen über das Handwerk, den Tourismus und Denkmäler in Italien. 1980 hatte er eine von der Stadt Florenz beauftragte fotografische Einzelausstellung "Intaglio, tra Creatività e Ripetizione" über die verbliebenen florentinischen Kunstschnitzer, die nach Renaissancevorbildern arbeiten. Von 1984 bis 1990 wurde Sigismondi vom Turiner Verlag Seat damit beauftragt, eine italienweite Fotokampagne zum Thema "Tesori Nascosti d'Italia" (Italiens unentdeckte Schätze) über Kunst, Archäologie und Landschaft für eine Kunstreihe sowie für die Einbände der italienischen Telefonbücher durchzuführen. Es folgten jahrelange Zusammenarbeiten mit den römischen Denkmalpflegebehörden und der Päpstlichen Kommission für Christliche Archäologie.
Im Jahr 1990 gründete Sigismondi das Archivio Foto Arte Italiana mit der Absicht, zahlreiche in Eigeninitiative aufgenommene Fotografien für die Dokumentation kleinerer italienischer Kunstzentren bereitzustellen. An die Stelle der Schwarz-Weiß-Abzüge traten ab 2009 schrittweise hochauflösende digitale Farbfotografien. Neben der Bibliotheca Hertziana arbeiten auch Forschungseinrichtungen wie das Kunsthistorische Institut Florenz und die National Gallery of Art Washington mit dem Archivio Foto Arte Italiana zusammen. Im Jahr 2000 realisierte Sigismondi eine Fotoreportage über die Situation der Meninhos de Rua, der Straßenkinder im Hinterland Rio de Janeiros. 2006 folgte eine Reportage über die schwierige soziale Lage einer Kinderklinik in Kimbondo im Umland von Kinshasa (Demokratische Republik Kongo). Eine wichtige Wegmarke stellt die Mitarbeit im Umfeld von Cenobium dar (2006–2015), einem Projekt des Kunsthistorischen Instituts Florenz, welches der Forschung in der Kombination klassischer Fotografie mit 3D-Bildern neue Perspektiven erschließen will.
Von den unzähligen Kooperationen mit Verlagshäusern zur Bebilderung von Kunstbänden seien folgende genannt: Procuratie Vecchie e Nuove a Venezia (Premio Galileo, 1994), Villa Doria Pamphilj a Roma (1996), Il Palazzo del Viminale in Roma (2002), Il Palazzo Madama, sede del Senato (2005); eine Monographie über Benedetto da Maiano (2006), außerdem Pittori ad Ancona nel Quattrocento (2008), Fondi e la Committenza Caetani nel Rinascimento (2012), Monographien über Baccio Bandinelli (2014), Bartolomeo della Gatta (Premio Salimbeni, 2014), Sculture Preziose, Oreficeria Sacra nel Lazio (2015), The Salerno Ivories (2016).

Zur Redakteursansicht